31 Spielerinnen-Transfers im Sommer, Trainerwechsel im Oktober, Cup-Aus gegen Austria Wien im Achtelfinale, Letzter in der Ligaphase der Champions League. Serienmeister SKN St. Pölten, der seit 2014 ein Abo auf den Cuptitel hatte, hat turbulente Zeiten hinter sich.
"Es lag schon auch ein wenig am Mindset. Das Selbstvertrauen hat einfach nicht gepasst", blickt Trainer Laurent Fassotte im Gespräch mit dem kicker kurz zurück. Nach seiner Übernahme hatte er mit den Wölfinnen in 46 Tagen acht Pflichtspiele in drei Bewerben zu absolvieren. Da blieb wenig Zeit für konzeptionelles Aufbautraining.
In den letzten Wochen konnte Fassotte in St. Pölten - wenn auch bei winterlichen Bedingungen und nur auf Kunstrasen - in aller Ruhe an den Stellschrauben drehen. "Wir werden direkter spielen", verrät er.
Vor allem im Angriffsdrittel soll alles schneller und präziser ablaufen. "In der Defensive haben wir das ja in der Champions League schon gut üben können", schmunzelt Fassotte. Mit dem Umsetzen und generell dem Autreten in den Testspielen gegen den 1. FC Slovacko (1:1) und Slavia Prag (0:0) ist der Belgier "sehr zufrieden".
Mit der ballsicheren Defensiv-Allrounderin Diana Lemesova und Flügelflitzerin Andrea Glibo bekommt Fassotte quasi zwei Verstärkungen aus den eigenen Reihen. Lemesova konnte verletzungsbedingt seit April 2024 kein Pflichtspiel mehr bestreiten, Glibo seit Februar 2025. Mittlerweile sind beide nahezu topfit.
Dafür erfüllte sich Sarah Gutmann ihren Traum von der deutschen Bundesliga und zog, von der Hohen Warte gekommen, nach nur einem halben Jahr in St. Pölten in den Hohen Norden nach Bremen weiter. Die weit weniger auffällige Diana Csanyi wechselte hingegen wieder in ihre Heimat zu Ferencvaros.
Keine Antwort auf die Einserfrage
Ob Torfrau-Talent Josefine Osigus wieder gelegentlich die Nummer 1 Carina Schlüter ersetzen wird, lässt sich Fassotte nicht entlocken, nützt die Nachfrage lieber als Steilvorlage: "Wir haben ja auch noch Linna Hermsmeier. Wir haben hier den reinsten Luxus. Die drei verstehen sich auch noch gut und motivieren sich gegenseitig."
Dass das Frühjahr gleich mit dem Nachtrags-Kracher bei Titelrivale Austria Wien in der Generali-Arena losgeht (Samstag, 14 Uhr LIVE! bei kicker), taugt Fassotte: "So können wir seit Wochen den Fokus auf dieses Spiel legen. Unser Mindset passt jetzt, auch das Selbstvertrauen. Wir sind als Team zusammengewachsen. Wir werden einen anderen SKN sehen."
Herausragend bei der Austria sei die Defensive, das Verhalten bei Standards und auch das fokussierte Auftreten. Das habe in den Duellen im Herbst noch den Unterschied ausgemacht. "Wir spielen aber noch insgesamt drei Mal gegeneinander", hält Fassotte fest, "so ist das auch nicht, dass am Samstag alles schon entschieden wird."