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Fernie: "Es geht darum, den richtigen Moment zu finden"

kicker

Von einem unmoralischen Angebot hatte Trainer Florian Kohfeldt bereits im Sommer gesprochen, damit der SV Darmstadt 98 Toptorjäger Isac Lidberg ziehen lässt. Es kam nicht - auch nicht in der Wintertransferperiode, die nach Einschätzung von Sportdirektor Paul Fernie ungewöhnlich aktiv war. So konnten die Lilien wie angestrebt nicht nur Lidberg, sondern auch andere Leistungsträger wie Fraser Hornby oder Fabian Nürnberger vorerst halten und gehen den zweiten Teil der Saison nun mit einem eingespielten Team an, das aber punktuell verstärkt wurde.

"Von unseren finanziellen Möglichkeiten werden wir - unabhängig von der Liga - immer ein Underdog sein", sagte Fernie. Ziel sei es unter anderem, mit Transfers immer Geld zu verdienen. "Es geht darum, den richtigen Moment zu finden. Wir waren davon überzeugt, dass das nicht im vergangenen Sommer war und auch nicht jetzt im Winter. Wir werden sehen, wie es im nächsten Sommer ist."

Kaufoptionen für Schmidt und Dettoni

Mittelfeldspieler Niklas Schmidt (27, ablösefrei ausgeliehen vom FC Toulouse) ist für Fernie ein Spieler "mit unglaublich viel Qualität mit dem Ball am Fuß und einer unfassbaren Spielintelligenz". In den ersten beiden Rückrunden-Spielen kam er bereits zum Einsatz und deutete sein Potenzial zumindest an. Für den Ex-Werder-Profi haben sich die Lilien eine Kaufoption gesichert, wie Fernie bestätigte.

Innenverteidiger Grayson Dettoni (20, ablösefrei ausgeliehen von Bayern München II) sei ein junger, talentierter Innenverteidiger, der als Rechtsfuß als Backup und womöglich auch als Herausforderer für Patric Pfeiffer agieren soll. Der Verein erhofft sich bei dem jungen Amerikaner einen Entwicklungssprung. Auch für ihn besteht eine Kaufoption.

Für Mittelfeldspieler Hiroki Akiyama (25), der im Sommer zunächst als Leihspieler von japanischen Erstligisten Albirex Niigata gekommen war, wurde die Kaufoption bereits gezogen. Er entwickelt sich zu einem Topstrategen auf der Sechser-Position, wie Fernie sagte. Nach kicker-Informationen war der Japaner ein echtes Schnäppchen, die Ablösesumme lag demnach deutlich unter 500.000 Euro.

Wieso ein dritter Linksverteidiger geholt wurde

Fest verpflichtet wurde Linksverteidiger Raoul Petretta (28, ablösefrei von Toronto FC), laut Fernie ein technisch starker Abwehrspieler, der gut nach vorne verteidigen könne, aber noch etwas Zeit brauche, was Fitness und Athletik betreffe. Bei der Verpflichtung habe auch eine Rolle gespielt, dass es auf dieser Position bei Fabian Nürnberger (Probleme am im Herbst operierten Knie) und Oldie Fabian Holland (35, nach seiner schweren Knieverletzung) gewisse Fragezeichen gegeben habe. Mit diesem Risiko wollte man nicht in die Rückrunde gehen. Zudem sei es ein Transfer mit Blick auf die Zukunft.

Fernie setzt auf Rückkehr von Will

Insgesamt vier Spieler verließen den Verein, keiner davon war Stammspieler. Bei Jean-Paul Boetius (31) wurde der Vertrag aufgelöst. Mittelfeldspieler Paul Will, Linksverteidiger Leon Klassen und Innenverteidiger Meldin Dreskovic wurden verliehen. Bei Will (26, zu Greuther Fürth) betonte Fernie explizit, es stehe außer Frage, dass dieser im Sommer wieder zurück zum SV Darmstadt 98 komme.

Der Vertrag von Mittelfeldspieler Jean-Paul Boetius (31) wurde aufgelöst, um ihm die Freiheit zu geben, einen neuen Verein zu finden. Zugleich könne sich Trainer Kohfeldt so voll auf die Spieler konzentrieren, die dem Verein sportlich bis Saisonende am meisten weiterhelfen.