Die weltbekannten Wagner-Festspiele in Bayreuth feiern in diesem Jahr ihr 150-jähriges Jubiläum. Sogar die renommierte New York Times rät ihren Lesern unter der Rubrik "52 Places to Go" zu einer Reise nach Oberfranken, speziell während der Festspiele im Juli und August.
Fernab der schönen Künste - konkret im aufreibenden Viertliga-Betrieb des Fußballs - weht indes ein rauer Wind durch Bayreuth, untermalt von unbehaglich klingenden Misstönen. Die örtliche Spielvereinigung drücken nämlich unentwegt massive finanzielle Probleme. Bei der im Sommer initiierten Crowdfunding-Aktion kamen statt der anvisierten 500.000 Euro nur knapp 130.000 Euro zusammen, zudem hatte sich die Altstadt mehr als nur 1.277 Zuschauer im Schnitt bei Heimspielen der Regionalliga Bayern ausgerechnet.
Der Betrieb muss weitergehen, der Kopf über Wasser gehalten werden. Dazu gehören auch unpopuläre wie schmerzhafte Maßnahmen. Geschäftsführerin Nicole Kalemba ließ Anfang der Woche beim regionalen TV-Sender TVO verlauten, dass in diesem Winter prinzipiell sämtliche Spieler des aktuellen Kaders gehen dürfen. Kalemba bezeichnete das als einen "Akt der Fairness" gegenüber jenen Akteuren, für die der Druck in der aktuellen Situation nicht mehr tragbar sei. Der Verein könnte mit eingesparten Gehältern womöglich wieder etwas optimistischer in die Zukunft blicken, sofern der sportliche Aderlass nicht zu heftig ausfalle.
Kein Freifahrtschein
Wer gar befürchtet, die Bayreuther stünden zum Restrunden-Auftakt am 28. Februar beim VfB Eichstätt ohne Mannschaft da, dürfte übers Ziel hinausschießen. Kalemba machte im Gespräch mit TVO nämlich auch klar, dass ihre Zusage keinen Freifahrtschein bedeute, sondern jeder Wechsel individuell geprüft und verhandelt werden müsse.
Nach aktuellem Stand hat die SpVgg Bayreuth in diesem Winter weder bestätigte Zu- noch Abgänge zu verzeichnen. Die Tage bis zur Schließung des Transferfensters am 2. Februar dürften bei der Altstadt besonders spannend werden.