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"Fortsetzung des guten Jahres": Wnuck geht in Wetschen noch mal ans Ruder

kicker

Die Meldung kam vergangene Woche überraschend: Der TSV Wetschen hat sich mit Beginn der Winterpause von Trainer Artur Zimmermann getrennt. Zimmermann hatte den Verein im Sommer als souveräner Landesliga-Meister in die Oberliga Niedersachsen geführt. Dort steht der Tabellen-14. zurzeit zwar abstiegsgefährdet, aber nicht abgeschlagen da. Warum also musste Zimmermann gehen? Thomas Otte, Sportlicher Leiter des TSV, erklärte es gegenüber dem kicker sachlich und professionell. "Es ist uns sehr, sehr schwergefallen, weil Artur ein Supertyp ist in allen Bereichen. Wir haben uns zusammengesetzt und die letzten Spiele und die Hinrunde analysiert. Dann hat sich das Ganze verselbständigt, mit dem Resultat: Die Mannschaft kann wohl Veränderungen ertragen."

Diese Veränderungen soll nun ein alter Bekannter bewirken. Denn der Nachfolger von Zimmermann wird sein Vorgänger: Björn Wnuck. Das Engagement gilt allerdings nur für die Rückrunde. Mehr ließen der Beruf und das Privatleben Wnucks nicht zu, wie Otte sagte. Die Trainerfrage ist ergo nur bis zum Sommer geklärt. Es laufen bereits Gespräche mit potenziellen Kandidaten für die Zeit nach Wnuck. "Ich hoffe, dass wir da ziemlich schnell Klarheit haben. Es geht ja auch um die Folgearbeit: mit der aktuellen Mannschaft sprechen und mit eventuellen Neuzugängen."

Otte muss weiterhin telefonieren

Thomas Otte dürfte über die kommenden Feiertage doch des Öfteren das Telefon am Ohr haben. Sicherlich wird er dabei auch einige Male mit dem 41-jährigen Wnuck sprechen. Der Inhaber der B-Lizenz hat das Team bereits in der Saison 2023/24 trainiert und verpasste damals nur knapp den Aufstieg in die Oberliga. Unterstützt wird Wnuck künftig von Andre Klanke. Der neue Co-Trainer kennt den Verein bereits aus seiner Zeit als Spieler und sammelte in den vergangenen Jahren vor allem im Jugendbereich Trainererfahrung - zuletzt als U-19-Coach bei BW Lohne. Dem Staff erhalten bleiben die bisherigen Zimmermann-Assistenten Sören Sandmann und Christopher Otte. Auch Teammanager Nils Jakobsen arbeitet wie bisher weiter und soll sich verstärkt um die organisatorischen Abläufe rund um die Mannschaft kümmern.

Wnuck äußerte sich in einer Vereinsmitteilung auf Instagram: "Ehrlich gesagt kam das relativ plötzlich und überraschend. Nach dem Austausch mit meiner Familie und meinem Arbeitgeber habe ich zugesagt. Für mich ist das auch ein Stück weit die Fortsetzung des guten gemeinsamen Jahres. Wir haben absolut die Qualität für den Klassenerhalt, müssen dafür aber intensiv und richtig gut arbeiten." Ebenfalls auf Instagram sprach Klanke, der aus der Region stammt, über seine neue Aufgabe: "Nach meinen letzten Stationen im Jugendbereich hatte ich das klare Gefühl, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, den nächsten Schritt zu gehen und im Herrenbereich anzukommen. Wetschen ist für mich eine Top-Adresse, weil hier Leistungsfußball und ein familiäres Umfeld perfekt zusammenpassen."

Die Hauptaufgabe von Wnuck und seiner Crew wird sein, der Mannschaft wieder Selbstvertrauen zu vermitteln. Mit dem offiziellen Start zum 1. Januar 2026 dürfte der neue, alte Trainer viele Einzelgespräche führen. Thomas Otte hatte in den letzten Wochen der Hinrunde vor allem eine mangelnde Körpersprache bei der Mannschaft ausgemacht. "Eine Niederlagenserie hatten wir mal erwartet, aber irgendwie waren die Jungs eher vom Kopf nicht mehr richtig da, was wir so nicht kannten." In den Spielen sei auch die Einflussnahme von Außen ein bisschen zu wenig gewesen, erläutert Otte. Er habe sich auch Stimmen aus dem Mannschaftsrat eingeholt. Die Stimmung sei schlecht gewesen. Dass der TSV Wetschen Qualität besitzt, hat er gerade in den Spielen gegen Topklubs bewiesen - insbesondere beim 3:3 in Delmenhorst.

Wie der Kampf um die beiden Aufstiegsplätze dürfte auch der Abstiegskampf bis zum Schluss spannend bleiben. Zunächst einmal wird von vier Absteigern ausgegangen. Allerdings kann sich die Anzahl an Oberliga-Absteigern am Ende der Saison auch noch erhöhen - oder andersherum verringern. In einer Ausschreibung des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) heißt es: "Sofern die maximale Teilnehmerzahl von 18 Mannschaften in der Folgesaison überschritten würde, erhöht sich die Zahl der Absteiger entsprechend. Sofern die Teilnehmersollzahl von 16 Mannschaften in der Folgesaison unterschritten würde, reduziert sich die Zahl der Absteiger entsprechend." Nach der Hinrunde scheinen Lupo Martini und Holthausen Biene abgeschlagen zu sein. Der TSV Wetschen als 14. hat neun Punkte Rückstand auf Platz 10. Allerdings bei zwei Spielen weniger absolviert. Die Aufgabe ist herausfordernd, aber für Björn Wnuck und Co. nicht unmöglich.