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"Freigeist" statt Nerd: Kettemanns Ideen entstehen auch unter der Dusche

kicker

Sechs Tage nach seiner Verpflichtung nahm Ralf Kettemann erstmals im Medienraum des SC Paderborn Platz. Bevor der 38-Jährige seine ersten Worte sprach, bezog Präsident Thomas Sagel unter anderem zum neuen Trainer Stellung. "Er bringt vieles von Steffen Baumgart und Lukas Kwasniok mit, sodass wir uns auf eine spannende und erfolgreiche Saison freuen dürfen", erklärte der 61-Jährige.

Davon konnten sich die Journalisten dann auch gleich ein Bild machen: Ähnlich wie seine Vorgänger redete Kettemann meist frei heraus. So verriet er gleich zu Beginn etwa, dass er noch keinen Barber gefunden und das "Padel-Niveau im Funktionsteam" ihn enttäuscht habe. Dies blieben aber seine einzigen negativen Anmerkungen. "Das Entscheidende für mich ist, wie die Menschen ticken, und das war bisher absolut positiv. Auch mit den Spielern hatte ich einen Top-Start und gute Gespräche", so Kettemann.

"Coole Gemeinschaft" für Kettemann vorerst wichtiger als Tabellenplatz

Generell stehen die menschlichen Komponenten für ihn über allem - sogar über der Spielidee. "Wie es in den Spielphasen mit Ball und gegen den Ball aussieht, ist ein gemeinschaftliches Ding. Ich schwebe keinem Ideal nach", erklärte der Coach und nannte wenige Augenblicke später drei Worte, die seine Philosophie beschreiben: "Energie. Leidenschaft. Emotionen."

„Ich werde nicht der Erste am Trainingsgelände sein und nicht der Letzte, der geht.“ (Ralf Kettemann)

Ob die drei Eigenschaften letztlich auch für eine gute Platzierung sorgen werden, ist für ihn eher zweitrangig. Er habe kein klar definiertes sportliches Ziel, sondern wolle einfach eine "coole Gemeinschaft" schaffen. "Das ist für mich das etwas tiefere Ziel. Die Platzierung kommt dann von allein", erläuterte der gebürtige Crailsheimer.

Reimers assistiert Kettemann

Nicht nur in dieser Hinsicht unterscheidet er sich von einigen anderen Trainern. Kettemann, der über den TSV Ilshofen, Hoffenheim II (Co-Trainer) und der Karlsruher U 19 nach Ostwestfalen kam, bezeichnet sich eher als ein nicht "wahnsinnig strukturierter Freigeist" statt Fußball-Nerd. Er denke nicht 24/7 an Fußball. "Ich werde nicht der Erste am Trainingsgelände sein und nicht der Letzte, der geht. Ideen können auch mal im Wald beim Spaziergang oder daheim unter der Dusche entstehen", so Kettemann.

Kurz nachdem ihm jene Gedanken durch den Kopf schießen, dürfte auch Pit Reimers davon erfahren. Denn der ehemalige Osnabrücker Coach wird ihm beim SCP assistieren. Dies verkündete Kettemann selbst. Am Sonntag steht das Duo dann erstmals beim Trainingsauftakt gemeinsam auf dem Feld.