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Fünf Gründe, warum der Gruppensieg für Deutschland Gold wert wäre

kicker

Aus Zürich berichtet Paul Bartmuß

Gewinnen wollen sie ohnehin immer, klar. Keine deutsche Spielerin sieht das grundsätzlich je anders. Und doch gab es in der Vergangenheit sicher schon Turniere, bei denen der letzte Gruppenspieltag völlig wertlos war. An dem die Reservistinnen ein paar Einsatzminuten sammeln konnten und an dem das Ergebnis nicht groß interessierte. Weil das Weiterkommen schon feststand.

Diesmal, bei dieser EM in der Schweiz, liegen die Dinge aus deutscher Sicht noch klarer. Will das DFB-Team aus der Vorrunde als Gruppensieger hervorgehen, muss es Schweden am Abend (21 Uhr, LIVE! bei kicker) besiegen. Das zöge fünf Vorteile nach sich.

1. Selbstvertrauen

Nach den beiden eher glanzlosen Siegen über Polen (2:0) und Dänemark (2:1) blieb der Eindruck haften: Da ist noch Luft nach oben. Ob in puncto Passqualität oder in puncto Chancenverwertung: So ganz zufrieden waren weder die Spielerinnen selbst noch Bundestrainer Wück.

Nun wartet mit Schweden der zweifellos stärkste Gegner dieser Gruppe C. Möchte die deutsche Auswahl Europameister werden, sollte sie mit einem nächsten Erfolgserlebnis weiteres Selbstvertrauen tanken.

2. Frankreich im Viertelfinale aus dem Weg gehen

Gelingt der Gruppensieg, wartet am kommenden Donnerstag in Zürich, also direkt vor der Haustür des eigenen Quartiers, der Zweite aus Gruppe D. Nach jetzigem Ermessen läuft es dabei auf England hinaus.

Zwar sind die Lionesses Titelverteidiger und fertigten die Niederlande am Mittwoch mit 4:0 ab. Insgesamt aber wirkt England schlagbar und längst nicht derart gut in Form wie vor drei Jahren beim Heimturnier. Das zeigte vor allem der Auftritt am 1. Spieltag gegen Frankreich (1:2) auf, als Les Bleues den Engländerinnen mit deutlichen Tempovorteilen enorme Probleme bereiteten.

Als Gruppenzweiter ginge es für Deutschland am Samstag in Basel gegen den Ersten aus Gruppe D - also vermutlich Frankreich. Nimmt man die Eindrücke aus den ersten beiden Partien zum Maßstab, wäre die Wück-Elf gut beraten, den Französinnen möglichst erst einmal aus dem Weg zu gehen.

3. Spanien im Halbfinale aus dem Weg gehen

Erst recht gilt das für Spanien, aktuell wohl den Top-Favoriten auf den Titel. 14 Tore schoss die Auswahl um Aitana, Alexia und neuerdings auch Vicky in ihren drei Spielen und versprühte dabei mehr Esprit als alle anderen Nationen.

Wenn Deutschland Gruppenzweiter wird und dann womöglich Frankreich ausschaltet, wartet mutmaßlich Spanien - falls es nicht in seinem Viertelfinale über die Schweiz stolpern sollte.

Eindeutig weist der Turnierbaum ein Ungleichgewicht auf: Auf der einen Seite der Halbfinals lassen sich Spanien und Frankreich vermuten, auf der anderen läuft es auf einen Teilnehmer aus Norwegen oder Italien hinaus. Da dürften sich für die Deutschen alle Anstrengungen lohnen, um die leichtere Hälfte zu erwischen.

4. Im Rhythmus bleiben

Im Vier-Tages-Abstand absolvierte die deutsche Auswahl ihre Gruppenspiele: am 4. Juli gegen Polen, am 8. Juli gegen Dänemark und nun am 12. Juli gegen Schweden. Da würde ein Gruppensieg den Takt ungefähr aufrechterhalten, denn am 17. Juli ginge es weiter.

Sollte aber der nötige Sieg über Schweden nicht glücken, stünde für Deutschland erst das letzte Viertelfinale auf dem Programm. Zwischen dem 12. und 19. Juli hätte das DFB-Team dann spielfrei, der Rhythmus ginge etwas verloren. Sicher nicht der alles entscheidende Faktor, aber angenehmer wäre die ohnehin präferierte Variante Gruppensieg auf jeden Fall. Zumal derzeit abgesehen von Giulia Gwinn keine Verletzten oder Angeschlagenen sich noch auskurieren müssten.

5. Preisgeld

Dieser Grund wiegt sportlich zweifellos am wenigsten. Und doch: 100.000 Euro schüttet die UEFA für jeden Sieg in der Gruppenphase aus, 50.000 Euro für ein Unentschieden. Die Vereine, die gerade von der Klub-WM der Männer zurückkehren, werden darüber schmunzeln. Ganz besonders in den Relationen des Frauenfußballs sind diese Beträge allerdings nicht zu vernachlässigen.

Jeder Verband muss zwischen 30 und 40 Prozent seiner gesamten EM-Prämien an die Spielerinnen weiterreichen. Für den Kader sind das also 30.000 bis 40.000 Euro für einen etwaigen Sieg über Schweden.