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Fünf Spieler, die trotz schwachem DFB-Debüt durchstarteten

kicker

Eine starke U-21-EM, dazu aktuell Stammspieler bei Eintracht Frankfurt - das Debüt für die deutsche A-Nationalmannschaft hatte sich Nnamdi Collins durch seine jüngsten Leistungen mehr als verdient. Der erst 21-Jährige hat bei Julian Nagelsmann Eindruck hinterlassen, daher zögerte der Bundestrainer auch nicht, Collins bei seiner ersten Berufung direkt von Beginn an aufzustellen.

Das Debüt ging allerdings in die Hose, Collins wirkte als Rechtsverteidiger gegen die Slowakei überfordert, zog gegen einen überragend aufspielenden Leo Sauer stets den Kürzeren. Zur Pause erlöste Nagelsmann den Frankfurter, nahm ihn nach Spielende aber umgehend in Schutz. "Ich werde ihn nicht verantwortlich machen", so der Bundestrainer, der vielmehr die erfahreneren Spieler um Collins herum in die Pflicht nahm.

Collins' unglücklicher Auftritt war dennoch nicht wegzureden, nach der Partie war er einer von drei Spielern, die die kicker-Note 6 erhielten. Was ihn zumindest von der Benotung zum schwächsten DFB-Debütanten der Geschichte machte - eine 6 erhielt noch kein Debütant, seit der kicker 1985 erstmals ein DFB-Spiel benotete.

Das muss für die Zukunft aber definitiv nichts heißen, fünf gestandene und verdiente Nationalspieler haben es vorgemacht. Da ist zum einen der aktuelle Kapitän Joshua Kimmich, der bei seinem DFB-Debüt im Jahr 2016 die kicker-Note 5,5 erhielt. Deutschland verlor damals ebenfalls gegen die Slowakei (1:3). "Tatsächlich erinnere ich mich noch sehr gut. Es hat sehr viel geregnet, der Platz war kaum bespielbar, wir haben zwei Standard-Gegentore kassiert, beide Male war mein Gegenspieler beteiligt. Dementsprechend gab es die kicker-Note 5,5", erinnerte sich Kimmich vor der Schmach von Donnerstag an sein erstes Spiel mit dem Adler auf der Brust.

Ähnlich unglücklich verlief die Premiere für Marc-André ter Stegen, der bei der 3:5-Niederlage in der Schweiz im Jahr 2012 ebenfalls die Note 5,5 ins Zeugnis geschrieben bekam. Der damals 20-jährige Schlussmann fiel vor allem durch Stellungsfehler auf, eine große Karriere verhinderte dieser Auftritt auf lange Sicht aber nicht - bei der WM 2026 soll er die Nummer 1 sein.

Minimal besser, aber noch lange nicht überzeugend, spielte Leon Goretzka 2014 beim 0:0 gegen Polen. Damals von Joachim Löw als Rechtsaußen eingesetzt, konnte sich Goretzka nicht in Szene setzen. Wie Collins musste der Münchner zur Pause ausgewechselt werden. Wohl auch wegen einer Zerrung, was die Note 5 aber nicht verhinderte.

Selbst Müller bekam die 5

Ähnlich blass blieb im März 2010 Thomas Müller beim DFB-Debüt. Den letzten Härtetest vor der WM in Südafrika verlor die DFB-Elf mit 0:1 gegen Argentinien. Müller erhielt wie sechs weitere Akteure die Note 5, Argentiniens Nationaltrainer Diego Maradona hielt ihn gar für einen Balljungen. Ein paar Monate später ging sein Stern im DFB-Trikot aber so richtig auf.

Und dann ist da noch Jerome Boateng, ein weiterer Weltmeister von 2014. Fünf Jahre vor dem Triumph in Rio erlebte der langjährige Münchner ein Debüt zum Vergessen. Zwar setzte sich Deutschland im Oktober 2009 mit 1:0 gegen Russland durch, doch Boateng flog nach 69 Minuten mit Gelb-Rot vom Platz. Mehrmals kam der damalige Rechtsverteidiger zu spät und kassierte dafür die kicker-Note 5.

Die Karrieren, die alle fünf Spieler trotz ihrer schwachen DFB-Premieren hinlegten, dürften also Mutmacher sein für Collins. "Man kann beim Debüt ja auch gegen die Slowakei verlieren und trotzdem eine gute Nationalmannschaftskarriere hinlegen", hätte es Kimmich nicht passender sagen können.