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Fürther Fehler-Festival: "So darf man nicht auftreten"

kicker

Ein guter und mutiger Auftritt beim Tabellenführer, den das Kleeblatt sogar mit hohem Pressing garnierte. Das ganz große Problem dabei: Die SpVgg war nur in den ersten fünf bis zehn Minuten auf Augenhöhe und eine aktive Mannschaft. Ab diesem Zeitpunkt übernahm Elversberg die Kontrolle und Fürth lief hinterher.

Der Matchplan von Kleines Team führte zu einer ersten Hälfte ohne Schuss Richtung Tor, aber auch nur zu einem 0:1-Pausenrückstand. Das größte Fürther Problem beim 0:6 in Elversberg waren allerdings Körpersprache und Defensivverhalten.

Bezeichnend war auch die Reaktion der mitgereisten Fürth-Fans. Statt es, wie in der vergangenen Saison so häufig, zu einer Konfrontation vor dem Zaun kommen zu lassen, packte der Großteil des Auswärtsblocks bereits kurz vor Abpfiff zusammen und verließ den Innenraum.

Erinnerungen an die vergangene Spielzeit

Neben der gesunkenen Laufleistung wurde als großes Problem auch die mangelnde Widerstandsfähigkeit in der vergangenen Saisonanalyse unterstrichen. Zu oft gingen bei der Mannschaft die Köpfe nach unten. Dieses Muster setzte sich zumindest im Saarland nahtlos fort.

Die Phase der Wut scheint die Fanszene seit diesem Sonntag übersprungen zu haben. Für Trainer Thomas Kleine ist so etwas "nie schön, aber es gehört zu einer 0:6-Niederlage dazu."

Das Kleeblatt ging als zweitanfälligste Abwehr (18 Gegentore) knapp vor Magdeburg in den Spieltag, aus dem sie mit wahnwitzigen 24 Gegentoren insgesamt hinausgeht. Noch keines der neun Spiele konnten die Fürther zu null bleiben.

"Woche für Woche reden wir darüber, dass wir zu viele Gegentore kassieren", so Kleine nach der Partie, "aber das Entscheidende ist, wie wir die entscheidenden Zweikämpfe nicht gewonnen haben und nicht angegangen sind". Zweikämpfe verlieren ist das eine, Zweikämpfe nicht annehmen allerdings ein Armutszeugnis - oder wie es der Trainer nennt: "So kann man sich nicht präsentieren".

Viererkette ohne Stabilität

Die in Elversberg aufgebotene Viererkette ist ein spannender Mix aus Erfahrung und Talent. Rechtsverteidiger Lukas Reich und Innenverteidiger Noah König standen zusammengerechnet in acht Zweitliga-Partien auf dem Platz. Auf diesem Entwicklungsweg Rückschläge einzukalkulieren, ist in Fürth eine gern in Kauf genommene Pflicht.

Doch dass die als Leistungsträger eingeplanten Philipp Ziereis (171 Zweitliga-Spiele) und Jannik Dehm (166 Partien im Unterhaus) dem Gerüst nicht mehr Stabilität verleihen konnten, wirft Fragen auf. Ziereis, zur Pause ausgewechselt, verlor sogar alle seine fünf Zweikämpfe. Im Tor gab der angeschlagene Pelle Boevink einmal mehr keine glückliche Figur ab.

Der eigentlich als Nummer 2 verpflichtete Schlussmann konnte nur zwei der acht Elversberger Abschlüsse auf sein Tor abwehren. Kleine stellte wie gewohnt keinen Spieler an den Pranger, sondern rückte das Kollektiv in den Fokus: "So darf man als Mannschaft nicht auftreten".

Viel Arbeit vor Karlsruhe

Es war ein Fehler-Festival mit vielen individuellen Unzulänglichkeiten, die aber auch vom Team nicht abgefangen werden konnten. Besonders die drei späten Gegentore ab der 80. Minute wurmten den Trainer zu Recht: "In dieser Liga musst du gegen jedes Gegentor kämpfen - und das haben wir nicht."

Kleine prophezeite nach Abpfiff eine arbeitsreiche Woche, um im Heimspiel gegen den KSC "wieder ein anderes Bild abzugeben". Dringend nötig, denn der erste Auftritt nach zwei Wochen Training in der Länderspielpause war verheerend.