Es war ein Turnier der Überraschungen, der Sieger aber war am Ende derselbe wie ein Jahr zuvor. Oberliga-Spitzenreiter SV Todesfelde verteidigte beim 26. Lotto-Masters in der Kieler Wunderino Arena seinen Titel erfolgreich. Im Finale des von 8.650 Zuschauern besuchten und somit einmal mehr ausverkauften Hallen-Spektakels von Schleswig-Holstein setzte sich das Team von Trainer Björn Sörensen mit 3:1 gegen die U 23 von Holstein Kiel durch und sicherte sich damit zum insgesamt dritten Mal den 5.000 Euro "schweren" Siegerscheck. Im ewigen Gewinner-Ranking des Traditionsevents zogen die Segeberger mit dem VfB Lübeck und dem VfR Neumünster gleich. Rekordsieger bleibt Holstein Kiel mit sechs Titeln.
Jedoch ging Todesfelde bei den Individualauszeichnungen leer aus. Denn dem im Finale unterlegenen Lokalmatador blieb der Trost, mit Islam Matene den zum besten Masters-Spieler gewählten Akteur zu stellen. Überdies kamen mit Matene und Laurynas Kulikas (je vier Treffer) die beiden Torschützenkönige aus dem Lager der KSV Holstein, deren U 23 als Oberliga-Zweiter auch in der Meisterschaftsrunde unter freiem Himmel dem SV Todesfelde im Nacken sitzt. Zum besten Torwart des Turniers wurde Christopher Newe vom Oberligisten VfR Neumünster gewählt.
Regionalliga-Trio scheitert in der Gruppenphase
Apropos Oberliga: Im Halbfinale waren vier Fünftligisten unter sich, die drei Regionalligisten schieden bereits in der Vorrunde aus - ein Schicksal, das sie mit dem Oberliga-Vierten SV Eichede teilten.
Das Regionalliga-Trio ließ nicht nur spielerisch, sondern auch ergebnistechnisch einige Wünsche offen. Gemeinsam verzeichneten die Viertligisten nur einen einzigen Sieg. Diesen feierte mit einem 3:2 nach 0:2-Rückstand der 1. FC Phönix im Lübecker Duell mit dem Lokalrivalen VfB, der sogar komplett punktlos blieb. In der Parallelgruppe schaffte der SC Weiche Flensburg 08 wenigstens zwei Unentschieden, hatte allerdings bereits vor dem abschließenden Gruppenspiel keine Chance aufs Weiterkommen mehr.
Mehr als zwei Remis hatte zunächst auch der SV Todesfelde nicht zu bieten, ehe der Regionalliga-Absteiger um Mirko Boland und Janek Sternberg noch aufdrehte und sich mit abgezocktem Männerfußball, aber auch dem einen oder anderen Kabinettstückchen den Titel sicherte. Neben den beiden früheren Bundesligaspielern traf im Finale auch Benny Soares, für Holsteins U 23 war dort Kulikas erfolgreich.
„Dass wir den Titel verteidigt haben, ist gigantisch.“ (Trainer Björn Sörensen)
"Wir sind holprig ins Turnier gekommen, hatten letztlich aber einen ganz ordentlichen Mix aus guten Abschlüssen, schönen Toren, Intensität und Raffinesse. Dass wir den Titel verteidigt haben, ist gigantisch", konstatierte Todesfelde-Coach Sörensen, "auch wenn nicht unbedingt der Budenzauber mit Übersteigern links und rechts bei uns mit drin war".
Ersatzgeschwächte Jungstörche begeistern
Wie Neumünsters Trainer Danny Cornelius attestierte Sörensen der U 23 von Holstein Kiel, beim 26. Masters den schönsten Fußball geboten zu haben. Dass die diesmal von Co-Trainer Linus Schewior und Torwarttrainer Niklas Jakusch betreuten "Jungstörche" eine solche Performance hinlegten, hatten viele nicht erwartet. Zumal gleich sieben Leistungsträger der zweiten KSV-Mannschaft fehlten, weil sie zeitgleich mit Holsteins Zweitligamannschaft das Trainingslager in Algorfa (Spanien) absolvierten. "Wir wollten endlich mal wieder die Halle begeistern. Ich bin sehr stolz auf die Jungs", erklärte Schewior, dessen Plan aufging. Denn erstmals seit 2018 erreichten die Kieler wieder das Masters-Halbfinale.
Der Einzug in die Runde der letzten vier war auch zwei anderen Mannschaften überraschend vergönnt. Der Heider SV polierte dabei seine fürchterliche Turnierbilanz in Kiel mit zuvor nur einem einzigen Sieg in 25 Masters-Spielen erheblich auf. Der Oberliga-Dritte bezwang bei seiner zehnten Masters-Teilnahme in der Gruppenphase sowohl den VfB (1:0) als auch Phönix Lübeck (2:1) und kam ebenso völlig verdient weiter wie der VfR Neumünster, der erstmals seit 2018 und insgesamt zum 20. Mal in der Wunderino Arena vertreten war. Das direkte Duell der Oberligisten endete 2:2.