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Grimaldos charmante Absage an Bayer

kicker

Er ist in dieser Saison der Schlüsselspieler von Bayer 04. War Alejandro Grimaldo in seinen ersten beiden Spielzeiten in Leverkusen nur einer von mehreren Führungsspielern, so stellt der 30-Jährige jetzt nach dem Abgang von Leadern wie Granit Xhaka, Florian Wirtz oder Jonathan Tah den unumstrittenen Kopf der neuen Werkself dar.

Eine zentrale Rolle hat der Linksfüßer inzwischen unter Kasper Hjulmand auch auf dem Platz eingenommen. Rochierte Grimaldo unter Xabi Alonso nur ab und an von der Position des Linksverteidigers bei Ballbesitz auf die halblinke Acht oder Zehn, so ist er unter dem Dänen ständig in der Mittelfeldzentrale zu finden, wenn Leverkusen den Ball hat, kurbelt dort das Spiel an, sorgt für die kreativen Momente und Torgefahr. Letzteres vor allem durch seine formidable Schusstechnik, mit der er dem Ball einen Topspin verleiht.

„Grimaldo ist in dieser ganz speziellen Situation hervorragend, aber nicht nur deshalb jemand, dem wir größte Aufmerksamkeit schenken müssen.“ (José Mourinho)

Diese demonstriert der spanische Nationalspieler seit Saisonbeginn gerade bei Freistößen in einer an Perfektion grenzenden Qualität. Für die auch José Mourinho lobende Worte fand. "Grimaldo ist in dieser ganz speziellen Situation herausragend", lobt der Benfica-Trainer, "aber er ist nicht nur deshalb wirklich ein hervorragender Spieler, dem wir größte Aufmerksamkeit schenken müssen."

Den Meister des ruhenden Balls ordnet Leverkusens Geschäftsführer Simon Rolfes auf einem Niveau mit früheren Kunstschützen wie dem Brasilianer Juninho oder Englands David Beckham ein. "Viel bessere fallen mir auch nicht ein", sagt der Ex-Profi, "Juninho war auch außergewöhnlich und hat Alejandro mit Sicherheit auch inspiriert." So sehr, dass dieser bereits vier direkte Freistoßtreffer in den drei Wettbewerben in dieser Saison erzielt hat.

Mit vier Toren und drei Assists ist Grimaldo in der Bundesliga Bayers bester Scorer und auch deshalb nicht wegzudenken aus der Bestbesetzung. Als der Vollprofi am Samstag beim 0:3 in München nur auf der Ersatzbank saß, war der Qualitätsverlust im Spiel der Werkself unübersehbar. Aufgrund der Dauerbelastung bewegte sich Grimaldo körperlich im roten Bereich und wurde geschont, um eine Verletzung zu vermeiden. Einen längeren Ausfall seines besten Spielers, der für das Benfica-Spiel bereitsteht, könnte Hjulmand nicht auffangen.

Die Aussicht, dass Grimaldo verlängert, gibt es nicht wirklich

Dass Bayer 04 den noch bis 2027 gebundenen eigentlichen Linksverteidiger noch länger als zwei Jahre in seinem Kader haben möchte, ist klar. Die Aussicht, dass dieser seinen Vertrag in Leverkusen verlängert, besteht aber nicht wirklich. Schließlich betont Grimaldo seit seiner Ankunft in Leverkusen im Sommer 2023, dass er sich noch den Traum erfüllen möchte, in La Liga zu spielen. Wofür eine Vertragsverlängerung in Leverkusen kontraproduktiv wäre.

Dementsprechend fiel vor dem Benfica-Spiel auch seine Antwort auf die Frage aus, ob er sich vorstellen könne, noch länger als bis 2027 für Bayer aufzulaufen. "Der Verein hat mir nichts gesagt. Wir konzentrieren uns sehr auf diese Saison. Ich bin sehr glücklich hier, die Dinge laufen gut, der Verein vertraut mir sehr. Und das ist das Wichtigste, um im Hier und Jetzt zu leben und jeden Tag besser zu werden."

Rolfes wurde von Grimaldos Aussage nicht überrascht

Rundum: Es war eine hochprofessionelle Aussage und gleichzeitig eine charmant formulierte Absage an seinen Klub, der laut Geschäftsführer Simon Rolfes mit Grimaldos Berater ohnehin grundsätzlich im regelmäßigen Austausch steht. Folglich wurde der Manager von den Aussagen des Spielers nicht überrascht und wird am Mittwochabend im Estadio da Luz bei Grimaldos Rückkehr lieber darauf hoffen, dass dieser seine Freistöße erneut mit der jüngst demonstrierten Perfektion treten wird.