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Grätschender Kane als Bonner Vorbild: "Gute Abwehrarbeit funktioniert nur im Team"

kicker

Die Lockerheit ist zurück, zumindest am Mikrofon. Nach dem Kellerduell mit dem SC Wiedenbrück fasste Ex-Profi Lucas Cueto die 90 Minuten süffisant zusammen: "Das war ein absoluter Leckerbissen mit unzähligen spielerischen Highlights." Nach einem kurzen Lächeln ging der Stürmer des Bonner SC zum ernst gemeinten Teil seiner Analyse des in Wahrheit mühsam errungenen 2:1-Erfolgs über: "Es war das erwartete Kampfspiel, in dem wir stark dagegengehalten haben. Als Team, wohlgemerkt. Was mich besonders stolz macht: Wir sind nach einem Rückstand zurückgekommen - das war in dieser Saison nicht immer so."

Teammanager Markus Arendt sprach hinterher von einem "Abstiegskampf in seiner reinsten Form. Neun Grad, Regen, tiefer Rasen und viele Luftzweikämpfe - für den neutralen Fan war das sicherlich kein Vergnügen". Für die Bonner Anhänger offensichtlich schon, denn die gut 1000 Zuschauer im Sportpark Nord honorierten den couragierten Auftritt noch vor dem Abpfiff mit stehenden Ovationen. "Keiner ist heute ins Stadion gegangen, um schönen Fußball zu sehen", so Arendt. "Unsere Fans haben ein feines Gespür und erkannt, dass die Jungs alles geben. Mehr sollte man aktuell auch nicht verlangen."

Cheftrainer Björn Mehnert lobte nach dem Krimi gegen seinen Ex-Klub vor allem die Einwechselspieler um den Siegtorschützen Robin Bird, der bereits beim Last-Minute-Erfolg beim 1. FC Köln II (1:0) als Joker gestochen hatte: "Die Jungs von der Bank haben allesamt viel Schwung und mehr Klarheit in unser Offensivspiel gebracht - das war heute wieder der Schlüssel."

Manko in der Offensive

Auch Marcel Damaschek erhielt ein explizites Lob - und das, obwohl er den Ball in der 58. Minute im eigenen Strafraum vertändelt und so das 0:1 verschuldet hatte. "Dama spielt seit Wochen überragend", nahm Mehnert seinen Abwehrchef in Schutz. "Auch heute hat er sich von seinem Stockfehler nicht aus dem Konzept bringen lassen - das zeugt von mentaler Stärke." Ebenso wie die Reaktion seiner Teamkollegen, denn ein wuchtiger Fernschuss von Tobias Peitz (69.) und Birds Treffer aus der Drehung (72.) sorgten für die Wende. Beinahe hätte der eingewechselte Jonas Berg den dritten Treffer nachgelegt, doch seinen Distanzversuch lenkte Marcel Hölscher über die Latte.

Dass Bird die teaminterne Scorerliste nun mit zwei Saisontoren und einer Vorlage (gemeinsam mit Innenverteidiger Massaman Keita) anführt, verdeutlicht zwar das Manko in der Bonner Offensive. Doch Mehnert befasst sich lieber mit erfreulicheren Statistiken, wie der von nur drei Gegentreffern in den letzten sechs Partien. Elias Bördner musste zum ersten Mal hinter sich greifen; der Zugang von Alemannia Aachen stand nach seinem Debüt in Köln erneut für Kevin Birk (Leistenverletzung) zwischen den Pfosten. Wann die bisherige Nummer 1. wieder zur Verfügung steht, ist offen. "Sollte ich mich irgendwann entscheiden müssen, ist das ein klassisches Luxusproblem", so Mehnert. Auch auf die eingespielte Viererkette sei momentan Verlass: "Gute Abwehrarbeit funktioniert trotzdem nur, wenn alle Spieler mitziehen. Der FC Bayern macht es vor, denn ein grätschender Harry Kane im eigenen Strafraum ist längst nichts Außergewöhnliches mehr."

Außergewöhnlich war der Nachmittag indes aus Sicht von Eray Isik: Ausgerechnet an seinem 21. Geburtstag feierte der Mittelfeldakteur sein Startelf-Debüt in der Regionalliga. "Die Jungs haben ihm nach dem Abpfiff noch ein Ständchen gesungen, aber das schönste Geschenk waren sicherlich die drei Punkte." Drei Punkte, die nicht nur Bird als verdient einstufte: "Es ist ein super Gefühl, wenn man reinkommt und der Mannschaft so helfen kann. Wir wollten den Sieg heute einfach einen Tick mehr als der Gegner." Allen voran die Einwechselspieler.