Nachdem sich das Team von Julian Hesse mit dem 2:0 in der vorgezogenen Partie bei der zweiten Mannschaft des SC Paderborn 07 aufgrund der Länderspielpause für einige Tage über die Spitzenposition freuen konnte, behauptete sich der FCG auch 3:2 gegen den früheren Tabellenführer Sportfreunde Siegen, der sich daraufhin von seinem Trainer Thorsten Nehrbauer trennte und Boris Schommers als Nachfolger präsentierte. "Ich bin glücklich und erleichtert, dass wir gegen eine absolute Top-Mannschaft gewonnen haben", sagte der 36-jährige FCG-Trainer.
Dabei war Hesse kurzfristig zu einer personellen Veränderung gezwungen. Am Spieltag meldete sich Innenverteidiger Justus Henke krankheitsbedingt ab. Für ihn rückte erstmals seit knapp neun Monaten - damals noch im Trikot der U 23 des FC Schalke 04 - Niklas Barthel in einem Meisterschaftsspiel in die Startelf. "Niklas hat im letzten Jahr extrem wenig gespielt", weiß auch sein neuer Coach. "Ich war sehr zufrieden mit seiner Leistung. Er hatte sehr viele gute Verteidigungsaktionen. Klar gab es ein, zwei Situationen, in denen wir die Position ein wenig anpassen können. Das ist aber vollkommen normal. Er hat ein tolles Spiel gemacht." Dennoch dürfte Henke gute Chancen haben, in Lotte ins Team zurückzukehren, wenn er wieder zu 100 Prozent fit ist. Zuvor stand Henke immer in der Startformation.
Hesse: "Nicht kleinkriegen lassen"
Auch mit dem Auftritt des gesamten Teams war der dienstälteste Coach der Regionalliga West gegen die Sportfreunde Siegen über weite Strecken zufrieden. "Wir hatten einen schlechten Start ins Spiel mit dem 0:1, sind dann aber super zurückgekommen. Das war eine sehr gute Reaktion", lobte Hesse. "Das zeichnet uns in den letzten Jahren auch aus, dass wir uns nicht kleinkriegen lassen oder nur in den seltensten Momenten. Wir ziehen dann das Momentum komplett auf unsere Seite in der ersten Halbzeit, sind dabei aber auch eiskalt. Da hat sehr viel zusammengepasst."
Im zweiten Durchgang "haben wir es dann nicht mehr so sauber und auch nicht mehr so mutig gespielt wie noch in der ersten Halbzeit", schränkte Julian Hesse sein Lob ein wenig ein. "Wir haben uns das Spiel der Siegener ein wenig aufzwingen lassen, ohne dass es richtig gefährlich wurde." Das änderte sich allerdings ausgerechnet nach der Gelb-Roten Karte für Siegens Malik Hodroj. "Wir wissen auch, dass wir das in der Schlussphase in Überzahl besser machen müssen", sieht Güterslohs Trainer Verbesserungsbedarf. "Es ist dann aber einfach manchmal im Fußball auch so, dass das Momentum kippt. Dass wir mit unserer jungen Truppe über eine sehr große Leidenschaft, eine große Energieleistung und sehr viel Intensität drei Punkte mitnehmen, ist eine tolle Geschichte. Ich hoffe, dass es so weitergeht."
Fanbus ans Lotter Kreuz
Die bisherigen Leistungen seit dem letzten Winter sprechen auf jeden Fall dafür. Allein im Jahr 2025 sammelte der FC Gütersloh bemerkenswerte 61 Punkte aus 27 gewerteten Partien. Das ist vor dem aktuellen Tabellenführer FC Schalke 04 U 23 (46 Zähler aus 27 Spielen) mit großem Abstand die beste Ausbeute.
Noch in der vergangenen Saison war das jetzt anstehende westfälische Duell bei den Sportfreunden Lotte ein Spitzenspiel. Die Gastgeber hatten die Spielzeit mit sechs Punkten Rückstand direkt hinter Vizemeister FC Gütersloh auf Rang 3 beendet. Nun liegen acht Plätze und zehn Zähler zwischen beiden Kontrahenten. Das Interesse an der Partie ist zumindest in Gütersloh groß. Rund 200 bis 300 Fans werden das Team nach Lotte begleiten. Unter anderem wird auch die Fahrt in einem Doppeldecker-Fanbus angeboten.
Nicht dabei sind weiterhin Kapitän Björn Rother (Achillessehnenriss) und Kevin Hoffmeier (Kreuzbandriss). Dafür kehrten Len Wilkesmann und Fynn Arkenberg nach ihren Zwangspausen schon gegen Siegen in das Aufgebot zurück.