Ein Werbebildschirm war ausgefallen, ein Mikrophon knackte immer wieder bedrohlich. Nicht alles lief bei der Dresdner Pressekonferenz vor dem Elb-Klassiker gegen den 1. FC Magdeburg rund. SGD-Trainer Thomas Stamm nahm es jedoch mit Humor: "Wichtig ist, dass wir am Samstag da sind", witzelte der 42-jährige Schweizer. Schließlich steht für den Aufsteiger beim Heimauftakt in der 2. Liga am Samstag (13 Uhr, LIVE! bei kicker) gleich ein wichtiges Derby an.
Außerdem sieht Stamm seine Mannschaft "in einer kleinen Bringschuld" nach dem 2:3 in Fürth, als Dynamo in beiden Halbzeiten die Anfangsphasen verschlafen hatte. "Die Art und Weise gegen Fürth war die meiste Zeit über gut", analysierte der SGD-Trainer, doch "viele Jungs sind an dem Tag nicht auf ihr Level gekommen. Das kann passieren." Der Fokus liege nun vor allem darauf, über die vollen 90 Minuten mehr defensive Stabilität auf den Platz zu bringen.
Dafür habe er seinen Spielern im Training "Hilfestellungen" gegeben, erzählte Stamm weiter. "Wir sind Themen, die uns in den letzten Wochen beschäftigt haben, in Trainingsformen spielnah angegangen. Damit die Spieler nicht nur alle zwölf Minuten, sondern alle zwölf Sekunden mit einer bestimmten Situation konfrontiert sind." Tiefer wollte sich der Schweizer nicht in die Karten schauen lassen, verriet nur, dass er nun ein verbessertes Gefühl habe.
Ostduell mit hoher Intensität erwartet
Doch die Klasse des Gegners aus Magdeburg ist ihm durchaus bewusst. "Das ist keine Mannschaft, die sich im letzten Jahr mit Ach und Krach durchgemausert hat", hob Stamm hervor, "sie bringen viel Qualität auf den Platz und verfügen offensiv über eine klare Spielidee." Gerade gegen die Tiefenläufe von Martijn Kaars und seinen Sturmkollegen müsse seine Mannschaft "eine gute Kompaktheit haben und immer wieder die Tiefe gut verteidigen".
„Wir wollen zeigen, dass wir zuhause durch den Support unserer Fans ein anderes Selbstbewusstsein haben.“ (Thomas Stamm)
Er kenne FCM-Trainer Markus Fiedler noch aus der 3. Liga und habe zudem mehrere Vorbereitungsspiele des einzigen Europapokalsiegers aus der DDR gesehen, er wisse daher, was auf seine Mannschaft zukomme, gab sich Stamm zuversichtlich. "Wir bereiten uns auf eine Partie mit hoher Intensität vor und brauchen ein gutes Spiel, um Punkte mitzunehmen. Wir wollen es genauso mutig wie in der vergangenen Woche angehen und uns nicht verbiegen." Seine Mannschaft sieht der 42-Jährige jedenfalls "mindestens auf Augenhöhe".
Hauptmann und Herrmann suchen nach Rhythmus
Stamm und sein Trainerteam können dabei beinahe aus den Vollen schöpfen, lediglich Jakob Zickler fällt weiterhin verletzt aus. Niklas Hauptmann und Luca Herrmann spielten dagegen im Testspiel der neu installierten Dresdner U 21 in Chemnitz eine Halbzeit, um nach verspätetem Trainingseinstieg zu ihrem Rhythmus zu finden. "Mehr als sinnvoll" sei dies gewesen, bemerkte ihr Trainer.
"Wir haben eine große Vorfreude", blickte Stamm auf das Derby an der Elbe voraus. Er habe jedoch keine Bauchschmerzen, dass seine Spieler sich von der emotionalen Atmosphäre auf den Rängen übermäßig anstacheln lassen werden. "Wir haben etwas gut zu machen aus der Vorwoche und wollen zeigen, dass wir zuhause durch den Support unserer Fans ein anderes Selbstbewusstsein haben. Wir wollen unseren Fans an Punkten etwas mitgeben, das ist das klare Ziel!"