Nach einer Halbserie, in der jeder Gegner einmal gespielt wurde, habe das Klassement Aussagekraft. Wacker Burghausen sei schlicht nicht konstanter gewesen. Vor allem der Blick auf die Heim- und Auswärtsspiele erklärt die Platzierung. Zu Hause zählen die Oberbayern zu den stärksten Teams der Liga, auswärts reicht es dagegen nur zu Rang 15. "Wenn du auswärts nicht mehr holst, kannst du am Ende auch nicht mehr erwarten", so Lars Bender. Gerade in der Phase, in der der Schritt Richtung Spitzengruppe möglich gewesen wäre, ließ seine Mannschaft Punkte liegen. "Da haben wir nicht gewonnen, nicht gepunktet - und entsprechend müssen wir uns eingestehen: Wir gehören da einfach noch nicht hin." Zwar habe es immer wieder ordentliche Auftritte gegeben, doch oft fehlte das letzte Prozent.
Dass Qualität vorhanden ist, zeigte Wacker punktuell, etwa beim starken Heimspiel gegen Würzburg. Für Bender sind solche Spiele jedoch Ausnahmen. "Mal so hochzuhüpfen, hat nichts mit Konstanz zu tun." Die Wahrheit liege ebenso in Niederlagen wie in Eichstätt oder in Punktverlusten gegen Hankofen-Hailing. Hinzu kommen Führungen, die nicht über die Zeit gebracht wurden, etwa in Fürth oder eben gegen die Kickers. "Am Ende gleichen sich die Dinge immer aus."
Ein zentrales Thema bleibt die Offensive. "Gemessen an den Chancen sind wir zu ungefährlich", sagt Bender offen. Zudem kassierte Burghausen oft geballt Gegentore. Der Trainer probierte viel, verteilte Verantwortung auf mehrere Schultern, doch eine stabile Formation fand sich selten. "Wenn man glaubt, eine Elf hat sich fest gespielt, wird man in der nächsten Woche wieder enttäuscht."
Der personelle Umbruch im Sommer spielt dabei eine Rolle. Neue Spieler, neues Umfeld, Regionalliga-Alltag mit Abendtraining. "Das braucht Zeit." Personelle Konsequenzen im Winter schließt Bender nicht aus, verweist aber auf finanzielle Grenzen. Vor allem im Angriff erwartet er nun im zweiten Halbjahr mehr. Einsatz und Wille stimmen, die Voraussetzungen für Verbesserungen sind da. "Geduld sei weiterhin nötig, aber nicht unbegrenzt."
Platz 7 ist eben kein Ziel - aber eine ehrliche Bestandsaufnahme. Es ist noch ein langer Weg. Bis 2030 soll die Rückkehr in den bezahlten Fußball gelingen.