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"Haben nicht umsonst den Herkules gesehen": Kassels Konditionsstärke wird zum Trumpf

kicker

Der KSV Hessen Kassel kommt langsam in Schwung. Nach einem eher drögen Saisonstart mit einigen überflüssigen Punktverlusten sammelten die Nordhessen aus den letzten vier Punktspielen zehn Zähler ein und arbeiteten sich damit auf Tabellenrang 8 vor. Zudem erreichte der KSV durch ein 2:1 beim Liga-Rivalen Bayern Alzenau das Viertelfinale im Hessenpokal.

Kassel profitierte in den letzten Wochen von der intensiven Saisonvorbereitung unter Trainer René Klingbeil und der damit vorhandenen körperlichen Fitness. Im letzten Heimspiel gegen Eintracht Trier gelang der 3:2-Siegtreffer von Phinees Bonianga in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Im Heimspiel zuvor traf Innenverteidiger Frederic Brill in der 89. Minute zum 2:1-Erfolg gegen die SG Barockstadt. Und auch beim 1:1-Unentschieden bei der TSG Balingen fiel der Ausgleichstreffer zum 1:1-Endstand erst in der 83. Minute durch den kurz zuvor eingewechselten Elsamed Ramaj.

Immer in der Lage, einen Gang zuzulegen

Die späten Kasseler Tore sind kein Zufall. Die Mannschaft wirkt topfit und ist immer in der Lage, noch einen Gang zuzulegen. "Wir haben nicht umsonst den Herkules gesehen" schmunzelt Klingbeil und spielt damit auf die Vorbereitung an, als er seine Mannschaft wiederholt durch den Bergpark Wilhelmshöhe scheuchte. Der Weg zum Kasseler Wahrzeichen führt über 540 Stufen und einem Höhenunterschied von 238 Metern.

Klingbeil, der 2006 für den Hamburger SV zu zwei Champions-League-Einsätzen kam, ist seit einem Jahr in Kassel. Mit seiner offenen und positiven Art hat er schnell die Kabine hinter sich gebracht. Der gebürtige Berliner beklagte nicht das Verletzungspech der letzten Wochen, sondern gab stattdessen den vielen Talenten im Kader eine Chance. Dennoch wirkt es sich positiv aus, dass mit Innenverteidiger Frederic Brill und Außenverteidiger Nael Najjar wieder zwei Kasseler Urgesteine nach längeren Verletzungspausen mit dabei sind. Beide stehen seit mehr als zehn Jahren im Regionalliga-Kader der Nordhessen und sind für die Mannschaft eminent wichtig.

Ein weiterer Pluspunkt ist das spielstarke Mittelfeld mit Lukas Rupp, Yannick Stark und Adrian Bravo-Sanchez. Sie bringen die Erfahrung von insgesamt 400 Spielen in der ersten und zweiten Bundesliga mit, Rupp kann dazu noch 31 Einsätze in der Premier League für Norwich CIty vorweisen. Insbesondere bei Standard-Situationen sind diese drei extrem gefährlich. Beim Sieg gegen Trier bereiteten sie so die ersten beiden Kasseler Tore vor.

Personalengpass im Angriff

Probleme hat Klingbeil dagegen im Angriff, wo vor allem der Ausfall von Torjäger Benjamin Girth (33, muskuläre Probleme), der in acht Spielen fünf Tore erzielte, schmerzt. Auch sein Vertreter Danny Breitfelder musste zuletzt angeschlagen pausieren.

Am kommenden Freitag hat Kassel eine schwere Auswärtsaufgabe beim Tabellenvierten Steinbach Haiger. In dieser Partie kann der KSV nochmal Eigenwerbung für das Heimspiel gegen Kickers Offenbach am 15. November im Auestadion betreiben. Anfang April kamen fast 7.500 Zuschauer zu diesem Klassiker und sahen einen 4:1-Sieg der Nordhessen. Auch in dieser Saison erwartet Kassel gegen die Kickers einen Rekordbesuch. "Bis Weihnachten wollen wir noch den einen oder anderen Punkt holen", gibt Klingbeil die Richtung für die kommenden Wochen vor.