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"Hauptsache weitergekommen": Bayers Warnschuss vor dem Topspiel

kicker

Jonas Hofmann lachte auf, zumindest kurz. Welche Überschrift er diesem Abend geben würde? "Hauptsache weitergekommen", sagte Bayers Routinier nach dem 4:2 nach Verlängerung gegen Zweitligist SC Paderborn, und sicher: Das stand für die Werkself über allem. Dass die Partie mit mehr als 60-minütiger Überzahl beinahe im frühzeitigen DFB-Pokal-Aus für Leverkusen geendet wäre, mochte aber auch der 33-Jährige nicht einfach so unter den Teppich kehren.

"Wir haben uns sehr, sehr schwer getan. Dass das kein Zauberfußball war, ist jedem klar", erklärte er und führte aus: "Wir sind gar nicht in Pressingmomente gekommen, obwohl wir uns das vorgenommen hatten. Wir haben keine Auslöser gefunden, um anzulaufen. Selbst mit einem Mann in Unterzahl hat es Paderborn besser gemacht, das muss man so klar sagen", sagte Hofmann also - und gab zu, dass die Partie auch anders hätte ausgehen können. Für den SCP, was sich Bayer freilich selbst hätte zuschreiben müssen.

Bei Bayer hapert es in Paderborn offensiv und defensiv

In der ersten Hälfe jedenfalls fand die Werkself beinahe gar keine Lösung, um gefährlich ins letzte Drittel der Paderborner zu kommen, kam nur zu einem Hofmann-Distanzschuss. Und auch nach dem 1:0 - dem nächsten Geniestreich per Freistoß von Alejandro Grimaldo - folgte wieder eine offensive Auszeit ohne wirklich einprägsame Druckphasen. "Viele Dinge" hätten da überhaupt nicht funktioniert, kritisierte Trainer Kasper Hjulmand - und bemängelte das nicht funktionale Pressing und das fehlerhafte Spiel mit Ball.

"Wir waren zu direkt, müssen mehr Pässe spielen, um bessere Chancen zu kreieren. Das war nicht gut genug", so Hjulmand, wobei man sagen kann: Es war richtiggehend schlecht. Dass sich Bayer in den letzten Minuten der regulären Spielzeit noch mal in eine Drangphase verwickeln ließ, das 1:1 nach einer Ecke kassierte - und in der Verlängerung in Überzahl nach wachsweichem Abwehrverhalten gar das 1:2 bekam, setzte der bis dahin arg enttäuschenden Leistung die Krone auf.

„Wir wissen, dass wir es besser machen müssen.“ (Bayer-Trainer Kasper Hjulmand)

"Wenn du in Führung gehst", monierte Hofmann, "musst du noch mehr investieren, um den Gegner richtig zu killen. Häufig bist du dann aber eher im Verwaltungsmodus, bist nicht mehr so aktiv, eher passiv, denkst dir: Wir führen ja 1:0. Aber das ist so ein falscher Gedanke." Und rächte sich beim SCP, der Bayer zwar nicht ausschaltete, aber immerhin 30 anstrengende Extra-Minuten einbrockte. Erst kurz nach dem 1:1 und dann wieder nach dem 1:2 kam Leverkusen zu Top-Chancen - und konnte sich letztlich noch retten.

Was daraus folgt? Zwar betonten sowohl Hjulmand als auch Hofmann, dass das Duell nun nicht bis ins letzte Detail durchanalysiert werden müsse, schließlich steht schon am Samstag das Bundesliga-Spiel bei Double-Sieger FC Bayern an - eine wiederum ganz andere Aufgabe. "Aber natürlich", sagte Hjulmand, "wissen wir, dass wir es besser machen müssen." Mit, aber auch ohne Ball. Und Bayers Abwehrverhalten etwa ist ein Thema, das sich nun schon seit Saisonbeginn durchzieht.

Bayers aktuell einzige Titelchance liegt im DFB-Pokal

1,7 Gegentore kassiert die Werkself aktuell pro Pflichtspiel. Und selbst wenn man nur die Bundesliga-Partien einrechnet, wodurch das 2:7-Debakel gegen PSG in der Champions League aus der Wertung fällt, sind es 1,4. Zu viele, zweifelsfrei. Klar ist: Wer so verteidigt wie zum Beispiel vor dem 1:2 in Überzahl - erst abwartend, dann löchrig und letztlich nicht konsequent im Strafraum -, der dürfte künftig noch größere Probleme bekommen. In München in der Liga, aber auch anderswo und in anderen Wettbewerben.

Das sei Pokal-Fußball gewesen, so Hjulmand, der dem SCP Respekt zollte. "Wir sind nicht zufrieden mit der Qualität unseres Spiels, aber froh, dass wir den nächsten Schritt im Pokal machen konnten. Es ist ein wichtiger Wettbewerb für uns." Wohl wahr. Bietet er der neuen Werkself doch die derzeit einzige realistische Titelchance, was ein Ausscheiden umso bitterer gemacht hätte. Trotz des Chancenplus am Ende und trotz xG-Werten von 3,68 zu 1,39 war der K.o. indes ziemlich nah. Trotz des Sieges muss es demnach ein Warnschuss sein.