Gegner Florenz steckt aktuell in der Krise: Mit nur vier Punkten aus zehn Spielen liegt der italienische Traditionsverein auf dem letzten Platz der Serie A. Die Konsequenz folgte am Dienstag: Trainer Stefano Pioli musste seinen Posten räumen. U-19-Coach Daniele Galloppa übernimmt interimsweise. Trotz der Turbulenzen reisen rund 600 Florenz-Fans nach Mainz, der Heimbereich ist nahezu ausverkauft, wie die Gastgeber mitgeteilt haben.
Auch der 1. FSV Mainz 05 kämpft vor dem Duell in der Conference League (18.45 Uhr, LIVE! bei kicker) in der Bundesliga mit einer Negativserie - aktuell steht das Team auf dem vorletzten Tabellenplatz. Dennoch herrscht nach dem emotionalen 1:1 gegen Werder Bremen Aufbruchsstimmung. "Es war vielleicht das beste Spiel von uns in dieser Saison", sagt Trainer Bo Henriksen. "Wir haben viel darüber gesprochen, wie wir die Halbräume bespielen wollen - jetzt haben wir den Schlüssel gefunden."
Spielmacher Nadiem Amiri hat das späte Unentschieden "wehgetan, weil ich zu keiner Zeit das Gefühl hatte, dass wir die drei Punkte noch hergeben. Aber ich habe ein sehr gutes Gefühl. Wir sind auf dem richtigen Weg und freuen uns extrem auf morgen."
Durch den Trainerwechsel bei Florenz ist die Vorbereitung auf den Gegner schwieriger als üblich. "Wir haben keine Ahnung, wer morgen aufläuft oder in welcher Formation", sagt Henriksen. "Aber sie sind eine überragende Mannschaft. Sie werden mit viel Power und Energie kommen - darauf müssen wir bereit sein." Dem Mainzer Trainer stehen nach eigener Aussage fast alle Spieler zur Verfügung, "natürlich werden wir rotieren. Die Bundesliga ist für uns das Wichtigste. Wir sehen in den nächsten Stunden, wer bei 100 Prozent ist."
Wer trotz der hohen Belastungen in den vergangenen Wochen sehr wahrscheinlich wieder in der Startelf stehen wird, ist Amiri. Der seinen Start von Beginn an in der Pressekonferenz selbst verkündet hat.
Gegen Bremen "auf der letzten Rille gegangen"
"Wir sind alle am Limit gewesen - gegen Bremen sind wir ab der 70. Minute auf der letzten Rille gegangen. Aber solche Spiele wie morgen, da will ich unbedingt spielen", sagte der 29-Jährige. Gerade diese besonderen Momente treiben ihn an: "Abendspiele in Europa haben etwas Magisches. Es ist nicht selbstverständlich, international zu spielen. Hier fühlt es sich besonders an."