Das Volumen liegt demnach leicht über dem ursprünglich vorgesehenen Rückkaufvolumen von 20 Millionen Euro, da Hertha BSC sämtliche Rückkaufaufträge angenommen hat. Die technische Abwicklung soll bis zum 5. Dezember 2025 über die depotführenden Banken laufen. Das ausstehende Volumen der 2018 aufgelegten und bis 2028 verlängerten 40-Millionen-Euro-Anleihe liegt jetzt somit noch bei etwa 18,8 Millionen Euro.
"Ich wollte ein bisschen Wasser unter dem Kiel haben"
Der Hauptstadtklub hatte im Oktober beschlossen, die Option zur Änderung der Anleihebedingungen inklusive einer Laufzeitverlängerung bis November 2028 und einer Zinsreduzierung (von 10,5 auf 6,5 Prozent per annum) auszuüben. Zugleich bot Hertha den Anleihegläubigern im Rahmen eines freiwilligen, öffentlichen und bis zum 28. November gültigen Angebots den Teilrückkauf von Anleihen in einem Gesamtnennbetrag von zunächst bis zu 20 Millionen Euro zu einem Kaufpreis von 100 Prozent des Nominalbetrages an.
Finanzchef Ralf Huschen hatte nach der Mitgliederversammlung des Klubs Mitte November das Teilrückkauf-Modell mit Blick auf das wirtschaftlich Machbare begründet und erklärt: "Ich wollte ein bisschen Wasser unter dem Kiel haben für Risikosituationen. Deswegen haben wir uns erstmal für einen Teilrückkauf entschieden. Nichtsdestotrotz bleibt der Kurs ganz klar: Wir wollen die Anleihe so schnell wie möglich vollständig zurückführen."
Dass das Teilrückkauf-Angebot für die Nordic-Bond-Anleihe, mit dem Hertha BSC die Zinslast reduzieren will, auf ein größeres Interesse als geplant stieß, sieht Huschen als positives Zeichen. "Wir danken allen bisherigen Investoren und werten es zugleich als wichtigen Vertrauensbeweis, dass so viele Anleger in die Alte Dame investiert bleiben wollen und die langfristige Entwicklung von Hertha BSC als Kapitalgeber begleiten und unterstützen möchten", erklärte der Geschäftsführer in einer Finanzmitteilung des Vereins.
Huschens Ziel mit Hertha: Schuldenfreiheit in fünf Jahren
Peter Görlich, der seit September gemeinsam mit Huschen die operative Doppelspitze des Zweitligisten bildet, sagte: "Das Ergebnis des Anleiherückkaufs zeigt, dass die Anleger die von uns ergriffenen Maßnahmen auf dem Kurs der finanziellen Konsolidierung unterstützen, und bestärkt uns darin, diesen Kurs konsequent weiterzuführen, um eine solide sowie nachhaltige Basis für die sportliche und wirtschaftliche Zukunft von Hertha BSC zu schaffen." Ziel des Klubs, der nach dem Bundesliga-Abstieg 2023 nur knapp an der Insolvenz vorbeigeschrammt war, ist laut Huschen, in fünf Jahren schuldenfrei zu sein. Aktuell liegt die Netto-Verschuldung bei etwas über 28 Millionen Euro.