Die schwächste Offensive, die drittschlechteste Defensive, dazu die wenigsten Siege und die zweitmeisten Niederlagen: Mit dieser Horror-Bilanz wartet Schlusslicht Hertha 03 Zehlendorf in der Regionalliga Nordost nach 17 absolvierten Partien auf. Die Berliner sammelten in der ersten Saisonhälfte bisher lediglich acht Punkte (ein Sieg, vier Remis, elf Niederlagen) ein. Damit haben die Hauptstädter im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison acht Zähler weniger geholt und stecken tief im Abstiegskampf - die NOFV-Oberliga ist ein mehr als realistisches Szenario für den Klub.
Zumal es nach einem kleinen Zwischenhoch mit fünf Punkten zwischen dem 10. und 12. Spieltag aus den vergangenen fünf Partien lediglich zwei Zähler für die kleine Hertha gab. Vor allem die gezeigte Leistung zuletzt im Stadtduell gegen die VSG Altglienicke (1:3) sorgte für Missstimmung bei Hertha-03-Coach Tilman Käpnick: "Mit der Leistung aus der ersten Hälfte, das muss man knallhart sagen, sind wir nicht konkurrenzfähig." Und wenn das Schlusslicht der Liga nicht mindestens an 100 Prozent Leistungsbereitschaft herankommt, wird es schwer, Zählbares zu holen. Der Abstand auf den ersten sicheren Nichtabstiegsplatz beträgt bereits elf Punkte. Auf den Tabellenvorletzten aus Eilenburg sind es vier Zähler Rückstand.
Suche nach Verstärkungen
Nachdem das Kellerduell gegen Chemie Leipzig vergangene Woche zum bereits dritten Mal aufgrund einer Platzsperre des zuständigen Bezirksamtes nicht stattfinden konnte und erst 2026 ausgetragen wird, fiel auch das Berliner Stadtduell gegen Aufsteiger BFC Preussen am vergangenen Wochenende ins Wasser. Die Partie konnte ebenso aufgrund einer Platzsperre nicht stattfinden. Nach dem trainingsfreien Wochenende, garniert durch einen Mannschaftsabend und Weihnachtsfeier, konzentriert sich die Mannschaft nun auf das abschließende Pflichtspiel im Kalenderjahr 2025: Am Sonntag soll noch das Viertelfinal-Duell im Berliner Landespokal gegen den NOFV-Nord-Oberligisten Croatia Berlin stattfinden. Danach steht die Winterpause an und für die Vereinsverantwortlichen gibt es einiges zu tun.
Es wird dabei definitiv Korrekturen am Kader geben. Dies bestätigte Hertha-03-Präsident Kamyar Niroumand gegenüber dem kicker: "Wir werden neue Spieler holen, aber auch welche verabschieden." Dem Vernehmen nach suchen die Berliner in allen Mannschaftsteilen nach Verstärkungen. Lediglich auf der Torhüterposition, mit Stammkeeper Alexios Dedidis, Dmytro Karika und Cedric Wermund, sieht sich der Verein aus dem Berliner Südwesten gut aufgestellt. Den Verein dagegen verlassen wird Mohammed Moradi, der vor der Saison von der U 19 von Energie Cottbus wechselte, aber lediglich auf drei Partien und 61 Spielminuten an den ersten drei Spieltagen kam. Ebenso steht Eric Preljevic vor dem Absprung. Der Mittelstürmer absolvierte lediglich einen Einsatz über neun Spielminuten für die Berliner.
Neben der Bewegung im Kader "gehen wir davon aus", so Niroumand, dass die Heimspiele in der Rückrunde "bei uns stattfinden". Demnach sollen in den kommenden Tagen und Wochen die Arbeiten am Gästezaun im Ernst-Reuter-Sportfeld nicht nur beginnen, sondern bis zum Start der zweiten Saisonhälfte fertiggestellt sein. Dann müssten die Berliner ihre Heimspiele nicht mehr im Stadion Lichterfelde absolvieren und die zweijährige Posse rund um den Gästezaun wäre beendet. Bis dato absolvierte Hertha 03 lediglich einige Partien im heimischen Stadion in der Onkel-Tom-Straße mit Ausnahmegenehmigung des Verbandes. Doch noch liegt dem Nordostdeutschen Fußballverband nach kicker-Information keine Mitteilung der Zehlendorfer auf Wechsel des Hauptspielortes vor. Es gibt also noch einiges für die Hertha-03-Verantwortlichen zu tun - sportlich wie auch infrastrukturell, wenn die 4. Liga gehalten werden soll.