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Herthas Boss-Suche: Im Zickzack ans Ziel?

kicker

Aus Herthas Trainingslager in Kitzbühel berichtet Steffen Rohr

Präsident Fabian Drescher wird am Montag in Kitzbühel erwartet. Vizepräsidentin Anne Noske ist schon das ganze Wochenende vor Ort gewesen, ebenso Finanzgeschäftsführer Ralf Huschen. Auch Aufsichtsratschef Dr. Torsten-Jörn Klein war am Sonntagnachmittag Beobachter des Testspiels gegen Bröndby IF (0:1). Während Herthas Kader aktuell stark ausgedünnt ist, sind die Klub-Granden für ein paar Tage in nahezu voller Besetzung im Trainingslager. Themen gibt es zur Genüge, auch - und gerade - abseits des Rasens. Die Suche nach dem neuen Geschäftsführer dauert an, und wenn die Anzeichen nicht täuschen, hat der Klub im laufenden Auswahlprozess die Stoßrichtung verändert.

Hertha hat das gesuchte Profil verändert

Schien noch vor Wochen ausgemacht, dass sich der Nachfolger des am Saisonende - eineinhalb Jahre vor Vertragsende - ausgeschiedenen Geschäftsführers Thomas E. Herrich vor allem dem Kerngeschäft Sport widmen soll, hört man inzwischen andere Töne. Dass Dr. Peter Görlich, der bei der TSG Hoffenheim zwischen 2015 und 2021 als Geschäftsführer Sport, Innovation und Internationalisierung arbeitete, aktuell in der Pole Position ist (Bild berichtete zuerst), zeigt: Hertha hat bei der Schlüsselpersonalie das gesuchte Profil verändert.

In Hoffenheim war Görlich trotz eines Vertrages bis 2025 vor vier Jahren ausgeschieden - wegen Differenzen mit Mäzen und Gesellschafter Dietmar Hopp über die künftige strategische und personelle Ausrichtung des Klubs. Beim Heidelberger Bildungs- und Gesundheitskonzern SRH wurde der 58-Jährige zum 1. Juli Co-Geschäftsführer der SRH Hochschulen GmbH (SRH University). Das Kerngeschäft Fußball verantwortete bei der TSG zu Görlichs Zeiten Alexander Rosen als Direktor Profifußball - auch sein Name fiel in diesem Frühjahr im Zuge der Geschäftsführer-Suche in der Hauptstadt.

Arabi hat nur noch Außenseiter-Chancen

Lag noch vor Wochen bei Gesprächen mit Kandidaten wie Jonas Boldt, Samir Arabi, Jochen Sauer und Ralf Rangnick der klare Fokus auf dem Sport, soll das Präsidium mittlerweile jemanden favorisieren, der auch die Bereiche Marketing, Vertrieb und Kommunikation abdeckt. Huschen, der vor einem Jahr vom SC Paderborn nach Berlin wechselte, hat die Finanzen im Griff - daneben sind auch abseits des Sports weitere Felder zu besetzen, denen der Klub eine große Bedeutung beimisst. Görlich wurde Hertha wie zuvor auch Sven Mislintat von der Personalberatungs-Agentur Sportheads vorgeschlagen. Mislintat soll kein Kandidat mehr sein. Auch Arabi, von einigen Gremienmitgliedern zeitweise favorisiert, soll mittlerweile nur noch Außenseiterchancen haben - und seinerseits irritiert sein über einige Begleitumstände des Auswahlverfahrens.

Dreschers Ziel: Einstimmigkeit bei der Königs-Personalie

Schon in den Verhandlungen mit Boldt war die Ouvertüre nach Einschätzung beider Seiten vielversprechend, später kühlte die Atmosphäre dem Vernehmen nach ab. Mancher, den Hertha kontaktierte, war sich nach dem zweiten oder dritten Call immer unsicherer, welches Profil der Klub eigentlich sucht - und wer das am Ende entscheidet. Drescher strebt im Präsidium offenbar Einstimmigkeit bei der Königs-Personalie an, der Aufsichtsrat soll nicht bei allen kontaktierten Kandidaten zur gleichen Einschätzung wie das Präsidium gelangt sein. Der Klub und Görlich, so hört man, wollen zeitnah wieder miteinander sprechen. Herthas Zickzack-Kurs bei der Geschäftsführer-Suche - führt er jetzt ans Ziel?