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Historisch schwache Bayern-Amateure: "Diese Phase kann Gold wert sein"

kicker

Trainer Holger Seitz zeigte sich anschließend zufrieden, dass seine Mannschaft "heute vor dem Tor effizient war und hinten konsequent verteidigt sowie zu null gespielt" habe. Die Erleichterung über diesen wertvollen Erfolg zum Jahresabschluss hätte man "bei allen spürbar gemerkt". Denn auch dieser Sieg konnte kaum kaschieren, welch magere Bilanz die kleinen Bayern bislang in dieser Spielzeit vorzuweisen haben. Zum einen war der freitägliche 3:0-Erfolg erst der zweite Auftritt der Saison ohne Gegentor. Der erste war Anfang August beim 5:0-Heimsieg über Schwaben Augsburg gelungen. Doch auch gegen das Liga-Schlusslicht blamierten sich die Münchner im Rückspiel vor wenigen Wochen und unterlagen mit 1:2.

Ob diese Partie nun der Tiefpunkt einer an bitteren Pleiten keineswegs armen Hinserie war, sei dahingestellt. Nur drei Tage vor dem Sieg über Burghausen jedenfalls hatte der 1. FC Nürnberg II schonungslos aufgezeigt, warum die Reserve des fränkischen Zweitliga-Traditionsvereins als Tabellenführer überwintert und der FCB-Nachwuchs lediglich auf Platz 8. Beim 0:3 im Grünwalder Stadion wurde offensichtlich, dass der Club-Nachwuchs als eingespielte, funktionierende Einheit auf einen Gegner mit vielen guten Einzelspielern traf, dem es jedoch an Kompaktheit mangelt. Symptomatisch für die gesamte Saison war dabei das erste Gegentor: Ein langer Schlag - hoch und weit durch die Mitte - von FCN-Schlussmann Robin Lisewski genügte, um die gesamte Defensive der kleinen Bayern zu übertölpeln, Noah Maboulou bedankte sich.

Vorbereitungsstart am 8. Januar

Auch das Torverhältnis spricht Bände. Stellen 41 erzielte Tore nach 19 Partien einen sehr ordentlichen Wert dar, sind 33 Gegentreffer für ein ambitioniertes Team schlichtweg indiskutabel. Ebenfalls ins Bild passt, dass der 17-jährige Durchstarter Lennart Karl seine wohl bescheidenste Vorstellung in dieser bislang für ihn so glamourösen Saison bei seinem einzigen Regionalliga-Auftritt ablieferte (1:3 gegen die Würzburger Kickers am 11. Spieltag).

"Für die Ausbildung an sich", betont der 51-jährige Bayern-Coach, "kann diese Phase Gold wert sein". Und trotzdem ist auch Seitz sehr wohl bewusst, dass die Winterpause so manche Aufgabe für ihn bereithält. Am Samstag stand noch die gemeinsame Weihnachtsfeier auf dem Programm. Bis kurz vor Weihnachten wird mit den Rekonvaleszenten weitertrainiert, zudem sind einige Akteure in der UEFA Youth League gefordert, in der die U 19 des Rekordmeisters am Dienstag Sporting Lissabon empfängt.

Bereits am 8. Januar geht es wieder los mit der Vorbereitung auf die restlichen 15 Saisonspiele. Es gibt schließlich viel zu tun. Eine Hoffnung basiert darauf, dass sich die Personallage im neuen Jahr entspannt. Dadurch hätten, so Seitz, "sehr viele junge Spieler regelmäßig von Beginn an spielen müssen und da haben wir schon gesehen, dass einige in der Regionalliga noch ihre Themen haben". So seien die Erfahrungen, die der aus Jugend so erfolgsverwöhnte Nachwuchs nun mache, zwar "hart, wirklich sehr hart, aber sie sind auch extrem hilfreich, so brutal das im Moment ist".

Ansetzen werde er in der Vorbereitung deshalb vor allem am "Durchsetzungsvermögen im Eins-gegen-eins, in der Defensive, aber auch in der Offensive", dies seien die Punkte, bei denen seine Mannschaft "am meisten adaptieren" müsse. Das wiederum solle zu Erfolgserlebnissen führen, "diese breite Brust" jedoch, bekennt der FCB-Coach, "musst du dir erarbeiten, gerade wenn du als Mannschaft so jung bist wie wir". Klar ist für Seitz jedenfalls, dass "wir da herauskommen werden", die erlebten Stresssituationen könnten dann im Idealfall zu "Stabilität führen".

Viel Arbeit steht der zweiten Mannschaft des Rekordmeisters ohnehin bevor, um zumindest noch die schlechteste Saison in der Regionalliga Bayern zu vermeiden. Die Spielzeiten 2015/16 und 2023/24 schlossen die Bayern-Amateure jeweils auf Platz 6 ab. Höhere sportliche Ambitionen verbieten sich längst nach dieser Hinrunde.