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Historischer FCN-Tiefpunkt: Chatzialexiou ist in Erklärungsnot

kicker

Mit der Herausnahme von Kapitän Robin Knoche war anzunehmen, dass Miroslav Klose sein System auf eine Viererkette umstellen würde. So war es aber nicht. Der Club begann trotzdem mit drei Innenverteidigern - und wie schon in Illertissen ging dieses Vorhaben gehörig schief. Ein 0:2 zur Pause verschärfte die Stimmung im Nürnberger Lager einmal mehr.

"Das darf uns nicht passieren. Wenn du nicht 90 Minuten 100 Prozent gibst, sondern nur 45, wirst du bestraft", kritisierte Sportvorstand Chatzialexiou am Sky-Mikrofon die Mannschaftsleistung im ersten Durchgang. Selbst mit Caspar Jander, der sein Startelf-Comeback gegeben hatte, passte vor dem Seitenwechsel erschreckend wenig zusammen. Sowohl in der Offensive als auch in der Defensive.

Leistungsträger im Tief

Während vorne Semir Telalovic auf sich alleine gestellt war, machte die Club-Hintermannschaft erneut keine gute Figur, schaute teilweise nur zu - der Gegentreffer zum 0:2 war ein Sinnbild des Nürnberger Abwehrverhaltens. Die wenigen Leistungsträger oder solche, die von sich behaupten, diese Rolle einnehmen zu wollen, liefern - mit Ausnahme von Jander - nicht ab. Kapitän Knoche spielte sich aus der Startelf heraus, sein Vize Fabio Gruber enttäuscht ebenfalls auf ganzer Linie. Dazu ist Kreativposten Julian Justvan ein Schatten seiner selbst - auch wenn er den Anschlusstreffer sehenswert auflegte.

Da hilft es auch nicht, dass die zweite Halbzeit deutlich mehr imponierte. Zwar sagt Chatzialexiou, dass er nach dem Seitenwechsel "nur eine Mannschaft spielen" sah, "das waren wir". Als Erfolg darf das aber nicht verkauft werden. Besonders nicht gegen Preußen Münster, das mit dem Zwei-Tore-Vorsprung im Rücken natürlich passiver agierte und den Fokus auf die Defensive legte. Und obendrauf noch am Montag 120 Minuten gegen Hertha im DFB-Pokal gekämpft hatte.

Trotz der wiederholt schwachen Vorstellung hebt Chatzialexiou die "gute Reaktion" des FCN in den Vordergrund, womit der 47-Jährige nicht Unrecht hat, die Lage beim Altmeister aber auch verharmlost - ob bewusst oder unbewusst. Denn das Präsentierte darf keinesfalls der Anspruch sein, wenn das Ziel mindestens Platz sieben lautet - was zum aktuellen Zeitpunkt utopischer nicht sein könnte. Die drei Liga-Pleiten in Folge und der damit historisch schlechteste Club-Start in eine Zweitliga-Saison sind in den Augen des Vorstands auch auf unglückliche Niederlagen zurückzuführen.

"Das würde ich wiederholen, weil wir auch heute nicht unbedingt als Verlierer vom Platz gehen mussten", betont Chatzialexiou.

Klose ist nicht fehlerfrei, aber dennoch Leidtragender

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Sommer-Transferphase bislang absolut desaströs verlaufen ist und man sich bei einigen Neuverpflichtungen fragen muss: Welchen Sinn haben sie gemacht? Passen sie ins Profil? Und bilden sie untereinander denn überhaupt ein homogenes Mannschaftsgefüge? Für all diese Antworten ist Chatzialexiou hauptverantwortlich, entließ er doch im Februar Sportdirektor Olaf Rebbe und fungierte in diesem Transferfenster federführend.

Zwar kündigt Chatzialexiou einen neuen Achter an, der Finn Ole Becker heißen könnte. Dass eine Verpflichtung des Hoffenheimers die etlichen Probleme beim Club aber nicht in Luft auflösen wird, ist selbsterklärend.

Was seinen Trainer angeht, übt sich Chatzialexiou in Rückendeckung und spricht Klose sein Vertrauen aus: "Ich bin davon überzeugt, dass wir das gemeinsam auch wieder schaffen und da hinten rauskommen." Das sagt der Deutsch-Grieche allerdings mit dem Zusatz, dass der "Fußball ein Ergebnissport" sei, was zuerst einmal ein Fakt ist und auch bedeutet, dass Klose dringend punkten muss.

Dabei ist Klose, der freilich auch nicht fehlerfrei ist und teils fragwürdige Entscheidungen - siehe Knoche - trifft, auch ein Leidtragender der Nürnberger Transferpolitik und muss das Vermasselte nun ausbaden.

Zum aktuellen Zeitpunkt aber ist Chatzialexiou "froh, dass unsere Fans zu uns halten und dem Trainer den Rücken decken. Das machen wir im Vorstand und Aufsichtsrat auch." Dennoch müssen gegen Paderborn (Freitag, 18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) dringend Punkte her. Ansonsten droht sich die ohnehin schon ungemütliche Situation erheblich zuzuspitzen.