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Hochrisiko-Spiel: Hertha mahnt zur Besonnenheit

kicker

"Von mir aus kann sich das Stadiondach lupfen, aber ich hätte gerne, dass wir auf den Rängen ein friedliches Miteinander haben", sagte Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich am Donnerstag. "Beim Fußball gehört auch mal die eine oder andere Spitzfindigkeit dazu, das wissen wir auch. Aber es gibt ganz einfach Grenzen - und da appelliere ich an den Vorbildcharakter von jedem Einzelnen."

Obwohl sich Polizei, Sicherheitskräfte und Verein um eine strikte Trennung der Fan-Gruppierungen bemühen werden, werde es situativ zu einer Vermischung kommen. "Und dann liegt es an jedem von uns", betonte Görlich. "Wir sind ja auch für uns selbst immer ein Vorbild und für alle anderen."

Leicht reduzierte Kapazität im Olympiastadion

Der Hauptstadt steht am Samstag ein Ausnahme-Spieltag ins Haus. Bundesligist 1. FC Union, der den SC Freiburg empfängt, und Zweitligist Hertha BSC tragen zum ersten Mal am selben Tag Bundesliga-Heimspiele aus. Die DFL hatte die ungewöhnliche Terminansetzung "unter anderem" mit der "Feiertagsgesetzgebung in mehreren Bundesländern sowie der Terminierung der DFB-Pokalspiele" begründet.

Sowohl das Stadion An der Alten Försterei als auch das Olympiastadion sind ausverkauft. Herthas Heimstätte weist gegen Dynamo mit knapp 70.000 Zuschauern eine leicht reduzierte Kapazität auf - wegen einiger Sperrplätze aufgrund von Bauarbeiten und einiger Pufferblöcke zwischen den Fan-Lagern. Offiziell rechnet Hertha BSC mit 20.000 bis 25.000 Gäste-Anhängern, andere Quellen gehen von mehr als 30.000 Dynamo-Fans aus.

Zusätzliche Brisanz durch Farbschmiererei an der Geschäftsstelle

Aufgrund der Rivalitäten beider Fan-Lager bescheinigt die Berliner Polizei der Partie ein hohes Konfliktpotenzial. Zusätzliche Brisanz hatte das anstehende Zweitliga-Spiel im Vorfeld Mitte Oktober durch eine Sachbeschädigung durch Farbschmiererei an der Hertha-Geschäftsstelle erhalten.

Hertha rief am Donnerstag zur Besonnenheit auf. "Es gibt keinen Anlass für Alarmismus oder Panik", erklärte Vera Krings, Direktorin Kommunikation. "Wir sind sehr gut vorbereitet. Die Zusammenarbeit mit allen involvierten Gewerken läuft seit Wochen hervorragend und sehr konstruktiv und eng. Die Sicherheits- und Ablaufkonzepte für so einen Spieltag sind erprobt und haben sich in der Vergangenheit bei vergleichbaren Spielen bewährt."

Leitl: "Wir spielen Fußball und nichts anderes"

Auch Cheftrainer Stefan Leitl, der mit seinem Team nach den Erfolgen gegen Fortuna Düsseldorf (1:0/Liga) und die SV Elversberg (3:0/DFB-Pokal) den dritten Heimsieg in dieser englischen Woche anpeilt, warb für eine friedliche Atmosphäre. "Es geht um ein Zweitligaspiel, und das sollte im Fokus stehen", sagte Leitl. "Es ist toll, dass dieses Stadion gefüllt ist. Es ist toll, dass es eine gute Stimmung ist, aber wir spielen Fußball und nichts anderes. Das sollte im Vordergrund stehen, und alle Beteiligten sollten ihren Teil dazu beitragen, dass das friedlich über die Bühne geht."

Etwa 200 Einsatzkräfte bei Union, etwa 1000 bei Hertha

Nach jetzigem Stand sind für das Spiel zwischen Union und Freiburg etwa 200 Polizeibeamte vorgesehen, für die Partie zwischen Hertha und Dynamo etwa 1000 Einsatzkräfte. Die Einsatzkräftezahl kann nach Polizei-Angaben aber je nach Beurteilung der aktuellen Erkenntnisse bis zum Einsatzbeginn angepasst werden.

Die Polizei Berlin wird am Samstag durch Einsatzkräfte der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg unterstützt. Der Zugang der Gästefans erfolgt nur über das Südtor, der Zugang der Hertha-Fans ausschließlich über das Osttor. Das Olympiastadion öffnet am Samstag bereits um 10.30 Uhr seine Tore - zweieinhalb Stunden vor Anpfiff und damit früher als sonst.