Seit Jahresbeginn hat Johannes Hoff Thorup bei Bundesligist Rapid als Cheftrainer das Sagen. In der kurzen Zeit hat der Däne viele Steine umgedreht. "Es hat eine Menge Veränderungen gegeben bisher. Das betrifft das ganze Umfeld und die Struktur, wie wir arbeiten. Wir schauen alles an", sagte Hoff Thorup. An oberster Stelle stehen Planung bis ins kleinste Detail und die Kontrolle darüber. "Es sollte so wenig Dinge wie möglich geben, über die wir nicht Bescheid wissen."
Als er nach Wien gekommen sei, habe er eine Menge guter Spieler vorgefunden. "Aber wir müssen ihnen mehr Klarheit geben, wie sie das Spiel bestreiten müssen. Da geht es nicht um Regeln, sondern Prinzipien - offensiv wie defensiv. Ich glaube, sie brauchen das, um Woche für Woche konkurrenzfähig zu sein. Um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass wir schon dort sind", sagte Hoff Thorup im Vorfeld des 348. Wiener Derbys am Sonntag.
Veränderungen für die Spieler
Für den 36-Jährigen geht es dabei viel um Basics. Ihm sei wichtig, dass die Spieler und die Mitglieder im Trainerstab genau wüssten, was er von ihnen erwarte. Hoff Thorup gab ein Beispiel: Er regle jedes Training "bis ins letzte Detail. Das bedeutet, wir müssen in der Früh um 8 Uhr ganz genau wissen, welche Spieler sind verfügbar. Das heißt, wenn du verletzt bist, musst du um 7 oder 7.30 Uhr hier sein für den Check mit den Physios. Das war wahrscheinlich neu für einige Spieler."
Für einige seiner Profis seien das vielleicht nur kleine Veränderungen gewesen, für andere größere. Die strenge Regulierung gelte für alle. "Das ist, was wir machen können, um sicherzugehen, dass alles abgedeckt ist und nach Plan läuft." Er wisse nicht, ob das der professionellste Weg sei, so Hoff Thorup. "Aber es ist mein Weg, mit einem Fußballteam zu arbeiten. Das ist mein Verständnis von professionellem Verhalten. Andere Trainer mögen das anders machen." Ein erstes Resultat sei, dass einige Spieler nach dem Training noch mehr Feedback erbitten würden. Sein Ziel sei zudem, ein Gefühl zu bekommen, was die Spieler brauchen.
Beim Geschäftsführer Sport Markus Katzer stößt die Akribie auf Wohlwollen. "Man sieht, dass das Selbstvertrauen mit dem Johannes langsam zurückkommt." In Ergebnissen hat sich das vorerst noch nicht widergespiegelt, im Derby soll sich das ändern. Die Zielrichtung ist für Katzer jedenfalls klar. "Wir haben seit vielen, vielen Jahren keinen Titel gewonnen. Wir reden zwar immer vom Titel, aber haben aber schon lange nicht mehr gewonnen. Wir müssen uns einfach titelfähig machen als Klub. Da gilt es, sich in vielen Bereichen professioneller aufzustellen."