"Wir haben letztlich das Saisonziel erreicht, über das Wie müssen wir reden", meinte Ron-Thorben Hoffmann nach dem haarigen Finish für die Niedersachsen, das am Ende aber im Klassenerhalt gipfelte. "Aber ich freue mich heute trotzdem - egal wie", erklärte der BTSV-Torhüter seine gemischten Gefühle. Denn es habe bei ihm "schon Fragen aufgeworfen, dass wir gar nicht mehr nach vorne gespielt haben", so der 27-Jährige.
Auch Fabio Kaufmann erklärte sein unterschiedliches Stimmungsbild: "Wir haben es gar nicht so schlecht gemacht. Egal wie, am Ende können wir stolz sein. Die Fans haben am Ende gejubelt, ich habe erst kurz auf den Laptop geschaut, dann noch selbst mal Handy, weil ich es noch nicht glauben könnte", beschrieb der Routinier das Szenario nach Spielende in Gelsenkirchen, als die Braunschweiger bis nach dem Abpfiff noch im Unklaren über die Situation in Fürth waren, wo die Partie erst rund eine Minute später endete.
Hoffmann: "Am Ende ein Stück weit Glück"
Auch bei Kaufmann war die "Erleichterung" immens, "weil ich hier schon sehr lange dabei bin und weiß, was der Region bedeutet." Gleichzeitig blickte der 33-Jährige mit Blick auf die Ansprüche des Vereins ein wenig voraus. "Wir müssen noch mehr arbeiten und mutiger sein im gesamten Verein. Ich weiß nicht, wie oft wir jetzt 15. geworden sind. Wir wollten einen Mittelfeldplatz, aber wo gab es den in diesem Jahr? Ob es jetzt eine große Party gibt, weiß ich deswegen nicht, aber ein bisschen stolz können wir schon sein."
Ähnlich sah es Hoffmann, der angesichts der Passivität seiner Vorderleute mit Schrecken auf die unsichere letzte halbe Stunde zurückschaute: "Als Torwart ist es eine Katastrophe, weil man immer online sein muss. Das ist schwer zu ertragen, wenn sich der Gegner da den Ball hin und herschiebt. Denn du willst ja nicht der Depp sein am Ende und wegen eines Tores in die Relegation. Zum Glück hat es noch gereicht, dass es um ein Tor war, ist natürlich am Ende auch ein Stück weit Glück."
Lob für Kornetka und Hoffnung auf Analyse
Eben jenes glückliche Ende soll nun - geht es nach dem Braunschweiger Kapitän - nicht vor einer Aufarbeitung schützen, wobei der seinen Trainer dabei ausdrücklich lobte: "Es ist wichtig, dass wir die Saison schonungslos hinterfragen. Wir hatten wieder einen Trainerwechsel, was wir eigentlich nicht wollten. Aber die letzten neun Spiele war schon ein guter Trend unter dem neuem Trainer. Das hat die Wahrscheinlichkeit erhöht, Spiele zu gewinnen. Deswegen sollten wir den Weg mit Lars Kornetka weitergehen."
Ein wenig Ruhe werde es nun aber auch auch geben. "Jetzt werden wir erst einmal entspannen und auch gemeinsam nach Mallorca fliegen", schloss Kaufmann. Um den Klassenerhalt dann doch noch ein wenig zu feiern.