Zunächst zum Sportlichen: Bei Uwe Röslers Premiere und der erhofften Trendwende war Philipp Hofmann eine der prägenden Figuren beim Gastgeber. Wie gewohnt stürzte er sich in jeden Zweikampf, als Fels in der Brandung quasi, vor allem bei hohen Bällen.
Zwar gehörte der kantige Mittelstürmer nicht zu den Torschützen beim zweiten Saisonsieg, an allen drei Treffern aber war Hofmann maßgeblich beteiligt. So fädelte er das 1:0 durch ein Berliner Eigentor mit seinem Pass auf Gerrit Holtmann ein, vor dem zweiten Bochumer Treffer setzte er mit feinem Zuspiel Francis Onyeka in Szene.
Typisch Hofmann dann die Vorarbeit zum dritten Tor: Im Strafraum an der Grundlinie gab der wuchtige Angreifer den Ball nicht verloren, erkämpfte sich die Kugel gegen Toni Leistner und spielte zentral vor das Tor auf Onyeka, der nur noch vollstrecken musste.
Hofmann on fire: "Ich reibe mich immer auf, und natürlich ist es klasse, wenn ich mit Assists der Mannschaft helfen kann", freute sich der Mittelstürmer hinterher, der immer wieder mal in der Kritik steht, weil er eben nur selten als Torschütze auftaucht.
Kritik an verzögerter Verkündigung der Vertragsverlängerung
Anschließend fand der Anführer aber auch kritische Worte wegen der Kommunikation rund um seine Vertragsverlängerung. Dass Hofmanns Arbeitspapier nämlich im August bis 2028 verlängert wurde, hatte der VfL wochenlang nicht kommuniziert und nun erst mit zwei Monaten Verzögerung verkündet.
Begründet wurde dies damit, der Stürmer habe in einer Formkrise gesteckt, außerdem sei es in dieser Phase für die Mannschaft insgesamt äußerst unbefriedigend gelaufen. Da habe die Verkündigung einer Vertragsverlängerung nicht in die Landschaft gepasst.
"Entweder man steht zu seinem Stürmer - oder eben nicht", findet der gebürtige Sauerländer. "Ganz egal, wie schlecht es läuft, so eine Verlängerung muss man einfach veröffentlichen, wenn es geplant war. Das kann man besser lösen, und es kam insgesamt nicht so gut an."
Auch die Bochum-Fans beziehen Stellung
In diese Richtung zielte auch ein Spruchband der Bochumer Ultras in der Ostkurve, die vor dem Start in die zweite Hälfte ein Plakat präsentierten mit der Aufschrift: "Euer Verständnis von Transparenz: Verschwiegene Vertragsverlängerungen!"
Sehr frustrierende Geschichte für Hofmann also, "zu der Zeit aber", so der Stürmer, "waren noch andere Leute am Werk". Damit dürfte sich der frühere Sport-Geschäftsführer Dirk Dufner gemeint fühlen.
Mit der Vergangenheit aber mochte sich der Stürmer im allgemeinen Jubel um den zweiten Saisonsieg nicht lange beschäftigen. "Das alles habe ich ausgeblendet und mich auf den Neuanfang unter Uwe Rösler konzentriert. So hat es geklappt, und so müssen wir weitermachen."