Die sportliche Situation ist bei beiden Vereinen aus der Fuggerstadt prekär, das Abstiegsgespenst fliegt tief über dem Rosenaustadion, trotzdem herrscht keine Spur von schlechter Laune. Ernster werden allerdings die Gesichter, wenn man sich mit den Funktionären der beiden Klubs zu einem anderen Thema unterhält: das Flutlicht im altehrwürdigen Rosenaustadion. Es erfüllt nicht mehr die vom Bayerischen Fußballverband (BFV) geforderte Lichtstärke von 400 Lux.
Beiden Klubs flatterte im Herbst vom BFV eine Rechnung über eine Strafe in Höhe von je 30.000 Euro ins Haus. Eine Summe, die für beide Vereine inakzeptabel ist, weshalb beide Berufung eingelegt haben. Dabei gehört die Einrichtung der Stadt Augsburg, die offenbar an einer Sanierung der 1962 in Betrieb gegangenen Anlage im Moment kein echtes Interesse hat und dies wohl auch nicht stemmen kann. Sanierungskosten von mehr als zwei Millionen Euro stehen im Raum, eine horrende Summe für den klammen Finanzsäckel der Kommune. Der Verband hat den beiden Vereinen eine Frist bis zum 1. Februar 2026 gesetzt. Sollten die Mängel bis dahin nicht behoben werden, droht der BFV mit weiteren Geldstrafen und sogar Punktabzug.
Ob die Schwabenritter und der FCA tatsächlich und mit welcher Summe zur Kasse gebeten werden, soll das BFV-Sportgericht entscheiden. Allerdings warten beide Klubs nun schon seit Monaten auf ein Urteil. "Wir haben in dieser Angelegenheit seit Wochen nichts mehr gehört," wundert sich Schwaben-Sportchef Max Wuschek. Aus der Nachwuchsabteilung des FCA ist zu vernehmen, dass man sich noch im Einspruchsverfahren mit dem BFV befindet, daneben mit dem Verband und der Stadt im kontinuierlichen Austausch stehe.
An der Stauffenbergstraße, der Heimat der Schwabenritter, macht man sich dagegen so seine Gedanken. "Natürlich wussten wir um die Flutlicht-Problematik, doch uns wurde signalisiert, dass eine mögliche Strafe für uns zu verkraften wäre. Hätten wir gewusst, was da auf uns zukommt, hätten wir möglicherweise keine Regionalliga-Lizenz beantragt", gibt Wuschek ehrlich zu und fügt an: "Uns wurde in der jüngeren Vergangenheit das Leben immer wieder schwer gemacht. Aber zusammen werden wir die Probleme schon lösen."
„Natürlich wussten wir um die Flutlicht-Problematik, doch uns wurde signalisiert, dass eine mögliche Strafe für uns zu verkraften wäre. Hätten wir gewusst, was da auf uns zukommt, hätten wir möglicherweise keine Regionalliga-Lizenz beantragt.“ (Schwaben-Sportchef Max Wuschek)
Der Zusammenhalt im Verein ist eine Trumpfkarte der Violetten, die wohl auch einen möglichen Abstieg in die Bayernliga verkraften könnten. "Doch so weit, ist es noch lange nicht," erklärt Wuschek, zumal sich der Verein in der Regionalliga pudelwohl fühlt. "Wir waren zwar auf eine schwierige Saison eingestellt, doch mehr als die bisher erzielten zwölf Punkte haben wir uns schon ausgerechnet".
Insbesondere macht der erste Heimsieg der Saison, ein überraschendes 2:1 gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern, Mut. "Da haben wir uns endlich mal für unsere engagierten Leistungen belohnt", erklärte Spielertrainer Matthias Ostrzolek, der im Kampf gegen den Abstieg durchaus zuversichtlich ist. "Das war nicht nur für die Tabelle, sondern auch für die Moral ein wichtiger Erfolg." Ostrzolek hofft, dass er nach der Winterpause wieder auf die verletzten Stammspieler wie Kapitän Greisel, Abwehrrecke Gerlspeck oder Torjäger Greppmeir zurückgreifen kann.
Zuversichtlich gibt sich auch der Sportliche Leiter Benedikt Schmoll: "Wir sind an Konkurrenten wie Hankofen oder Aschaffenburg wieder dran." Ob der Traditionsverein allerdings auf dem Transfermarkt nochmals tätig wird, erscheint derzeit zumindest fraglich zu sein. Da gibt sich auch Wuschek vorsichtig. Der Kampf um Punkte beginnt für den TSV Schwaben am 21. Februar mit dem Nachholspiel beim VfB Eichstätt.
Enttäuschung auch beim FCA II
Auch beim FCA II hat das Verletzungspech im Herbst gnadenlos zugeschlagen. "Dagegen bist du nicht gefeit", sagt Trainer Markus Feulner. Wichtige Akteure wie Kücüksahin, Yaman, Kaube oder Taseski fehlten immer wieder. Feulner möchte trotz der personellen Probleme nicht jammern. Nach der 1:3-Heimschlappe gegen den VfB Eichstätt zeigte sich der ehemalige Bundesliga-Profi freilich enttäuscht. Dem schloss sich auch Claus Schromm, Cheftrainer im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) an. "Wir hatten schon mit dem einen oder anderen Punkt mehr gerechnet", erklärt der Übungsleiter.
"Wir sind gegen Eichstätt gut hereingekommen und verdient in Führung gegangen. Danach hatten wir das Spiel im Griff, kassieren dann aber durch einen Fehler das 1:1. In der zweiten Halbzeit war das Spiel sehr fahrig und umkämpft, viele gelbe Karten haben den Rhythmus aus der Partie genommen. Am Ende war es ein verdienter Gäste-Sieg", bilanziert Feulner, dessen Toptalente derzeit mit den Profis trainieren dürfen. Für die Rot-Grün-Weißen Nachwuchskicker geht es nun auf Relegationsplatz 15 in die Winterpause. Im neuen Jahr hat der FCA allerdings noch drei Nachholspiele in der Hinterhand. Auch das macht Hoffnung.