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Inter jubelt in Seattle: "Jetzt sind wir mental voll bei der Klub-WM angekommen"

FIFA

Die FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025™ sollte für Inter Mailand keine einfache Aufgabe werden. Der Saisonabschluss verlief nämlich enttäuschend: Das Aus im Pokal-Halbfinale gegen Milan, der dramatische Titelgewinn von Napoli in der Serie A und die bittere Niederlage gegen Paris Saint-Germain im Champions-League-Finale warfen Schatten auf eine ansonsten starke Spielzeit. Hinzu kam der Abschied von Trainer Simone Inzaghi, dem Architekten der jüngsten Erfolge – ein harter Einschnitt ins Mannschaftsgefüge.

Mit wenig Zeit zur mentalen Erholung und unter der Leitung des neuen Trainers Cristian Chivu – einst Abwehrchef, nun Cheftrainer nach seinem Abschied aus Parma – startete Inter in die Klub-WM. Die Erwartungen waren klar: Mitspielen um den Titel. Doch neben drei kampfstarken Gegnern lauerte die größte Herausforderung wohl intern: Inter musste sich selbst neu erfinden.


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Der Weg war bisher alles andere als einfach für Inter. Das Auftaktremis gegen Monterrey hatte erste Zweifel geweckt, die auch der Auftritt gegen die Urawa Red Diamonds nicht vollständig zerstreuen konnte – trotz der späten Wende durch die Treffer von Lautaro Martínez und Valentín Carboni. Umso entscheidender war das abschließende Gruppenspiel gegen River Plate: Ein südamerikanischer Gigant, trainiert von einem international anerkannten Coach, der zum Weiterkommen einen Sieg benötigte.

Marcelo Gallardo, der seine Mannschaft ganz in der Identität River Plates formte, schickte ein Team aufs Feld, das um jeden Zentimeter kämpfte: "Wir hatten von Beginn an die klare Absicht, Fußball zu spielen und hoch zu pressen – gegen einen physisch starken, technisch versierten Gegner", erklärte er auf der Pressekonferenz.

Die Hürde war hoch, doch genau in dieser Drucksituation, im direkten Duell mit einem Topgegner, zeigte Inter seine beste Leistung. Angeführt von einem überragenden Lautaro Martínez, der als Neuner agierte, aber mit der Zehn auf dem Rücken auch kreative Verantwortung übernahm, siegten die Nerazzurri mit 2:0. Die Treffer erzielten Francesco Pio Esposito und Alessandro Bastoni.

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Yann Sommer, der Torhüter, der in der vergangenen Saison mit mehreren Glanzparaden für Aufsehen sorgte, zeigte sich nach dem Spiel begeistert von der Leistung seiner Mannschaft – und sieht darin einen möglichen Wendepunkt: "Was in den ersten Spielen passiert ist, war eigentlich normal", sagte er gegenüber FIFA.com. "Wir hatten eine Saison, in der wir bis zum Ende um alles gekämpft haben, und danach ging es direkt in die USA. Das war nicht einfach. Aber wir brauchten ein paar Tage, um wirklich im Turnier anzukommen. Ich glaube, jetzt sind wir mental voll da. Das haben wir heute gezeigt – und das war sehr wichtig."

"Nein, um Himmels willen, fangt bitte nicht an, vom Chivismus zu reden", scherzte Cristian Chivu auf der Pressekonferenz nach dem Einzug ins Achtelfinale. "Wir haben das Spiel mit Charakter gespielt und mit dem klaren Willen, die drei Punkte zu holen. In der ersten Halbzeit hat uns Rivers Aggressivität überrascht – wie konsequent sie um die zweiten Bälle gekämpft haben. Aber wir haben mit Intensität dagegengehalten, die Zweikämpfe und Duelle angenommen. Wir sind physisch stark und können solche Spiele auch spielen. Wir haben ihre Herangehensweise neutralisiert, gut verteidigt und die Phasen des Spiels richtig gelesen."

Inter schlug genau zum richtigen Zeitpunkt zu – nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit gegen ein River-Team, das durch den Spielstand im Parallelspiel zwischen Monterrey und den Urawa Red Diamonds unter Zugzwang geraten war. In der 72. Minute gingen die Nerazzurri in Führung: Francesco Pio Esposito wurde von Sucic im Strafraum in Szene gesetzt und nagelte die Kugel rechts unten ins Tor. Damit setzte sich bei Inter ein Muster fort, das sich durch das gesamte Turnier zieht: Der Beitrag der jungen Spieler ist zentral für die Ambitionen des italienischen Vizemeisters.

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"Das ist sehr wichtig für unser Team“, analysierte Sommer. „Wir wissen, dass diese jungen Spieler viel Qualität haben, aber es ist auch gut, dass sie das auf dem Platz zeigen können. Sie haben Selbstvertrauen, sind frei in ihrem Spiel und helfen uns enorm. Wir haben einige verletzungsbedingte Ausfälle, aber jetzt haben die jungen Spieler die Chance, sich zu präsentieren – und sie machen das richtig gut."

Valentín Carboni (20) war mit seinem Tor beim Sieg gegen die Urawa Red Diamonds bereits entscheidend gewesen – gegen River Plate waren es Francesco Pio Esposito (19) und Petar Sucic (21), die den Unterschied machten. Der kroatische Mittelfeldspieler, der erst vor 20 Tagen zum Klub stieß, brachte frischen Wind ins Spiel und leitete den ersten Treffer ein. "Es fühlt sich noch nicht real an. Als der Ball ins Tor ging, war ich emotional berührt. Es ist wie ein Traum, mein erstes Tor nur wenige Tage nach meinem Debüt zu erzielen", sagte Esposito.

Nach einer äußerst fordernden Gruppenphase hat Inter Mailand nun wieder zu alter Stärke gefunden. Im Achtelfinale wartet Fluminense, der Zweitplatzierte aus Gruppe F. "Dieser Sieg war sehr wichtig. Es war ein schweres Spiel, aber wir sind als Gruppenerster weiter. Die Champions League ist vorbei, das gehört der Vergangenheit an. Jetzt sind wir in diesem Turnier – und Spiele wie heute sind wichtig für die Mentalität der Mannschaft, denn wir haben wirklich gut gespielt. Wir haben gesagt, dass wir hergekommen sind, um das Turnier zu gewinnen – und heute haben wir das gezeigt."


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