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Ist RB Salzburg auf dem Weg zu alter Stärke?

kicker

Nach zwei Saisonen ohne Titeln hat der einstige Bundesliga-Dominator RB Salzburg viel von seiner Reputation eingebüßt. National krönte sich die Letsch-Elf zwar zum Winterkönig, was aber in der allgemeinen Wahrnehmung mehr auf die Schwäche der Konkurrenz als auf die eigene Stärke zurückgeführt wurde. Auch international spielen die Salzburger mit ihren jüngsten beiden Auftritten in der Champions bzw. Europa League längst nicht mehr die Rolle der späten 2010er- und frühen 2020er-Jahre, als sie sechs Mal in Folge in eine europäische K.o.-Phase einzogen.

Die Auswirkungen dieser Entwicklung, waren sich Experten und Analytiker der österreichischen Fußballszene einig, wären bereits deutlich im aktuellen Kader des einstigen Abo-Meisters sichtbar: Mit schwindender internationaler Attraktivität und der trüberen Aussicht auf das Schaufenster Champions League würden Top-Talente wie einst Haaland, Szoboszlai, Adeyemi & Co. nicht mehr nach Salzburg zu lotsen sein. Zumal mit Christoph Freund auch noch das Mastermind dieser Transferphilosophie verloren gegangen sei.

CIES sieht sechs U-20-Salzburger top

Nun, alles kann auch dessen oft geschmähten Nachfolger Bernhard Seonbuchner und der mittlerweile nach Mönchengladbach abgewanderte und kürzlich durch Marcus Mann ersetzte Rouven Schröder nicht falsch gemacht haben. Zumindest wenn man den Studien des CIES Football Observatory Glauben schenkt. Das Schweizer Institut für Sport-Studien hat In ihrem jüngsten Report die besten U-20-Spieler abseits der Top-5-Ligen Europas unter die Lupe genommen - und dabei den Salzburg-Youngsters (mit) das beste Zeugnis ausgestellt.

Schon im Ranking der Torhüter, das vom Schweden Simon Eriksson (IF Elfsborg) angeführt wird, nimmt Christian Zawieschitzky, der sich bei der Klub-WM als Ersatz von Alexander Schlager bewährt hat, und auch schon sein Bundesliga-Debüt gefeiert hat, Platz sieben ein. Im Vergleich zur Konkurrenz punktet der 18-Jährige vor allem mit seinen fußballerischen Qualitäten und ist von den Top-10-Torhütern (wohl aufgrund seiner Jugend) jener, der auf den höchsten Marktwert geschätzt wird - nämlich auf bis zu zehn Millionen Euro.

Gadou, Mellberg, Schuster: Abwehrzentrum mit Zukunft

Bei den Innenverteidigern unterscheidet das CIES zwischen "ball-fighting" (Ballgewinn als herausragende Eigenschaft) und "well-rounded" (Allround-Stärken) Spielern - in beiden Kategorien ist Salzburg top. Joane Gadou ist die Nummer 1 unter den "Ball-Fightern" und erreicht bei den CIES-Bewertungskriterien 81,3 von 100 Punkten, wobei er in der Luftraumbeherrschung und Balleroberung am besten abschneidet, bei Ballverteilung und im Offensivspiel hat er Luft nach oben.

Als besten Kopfballspieler hat CIES John Mellberg ausgemacht, der im Ranking drei Plätze hinter Gadou landet. Bei den Innenverteidigern mit Allround-Qualitäten muss sich Eigengewächs Jannik Schuster nur hinter Anderlechts Yasin Özcan anstellen.

Alajbegovic & Baidoo: Für Tore ist gesorgt

Auf den zentralen Mittelfeldpositionen fehlen den Salzburgern die herausragenden U-20-Akteure, bei den Flügeln sind die mit Kerim Alajbegovic aber wieder dabei. Der Bosnier, der im Herbst groß aufgezeigt hat, wird auf Platz 3 gereiht. Höher eingeschätzt wurden nur der 18-jährige Geovany Quenda, der bereits im Portugal-Kader stand und im Sommer für 60 Millionen zu Chelsea wechselt, sowie der Brasilianer Rayan Vitor von Vasco da Gama.

Punkto Abschluss und Chancenkreation lässt Alajbegovic die beiden sogar hinter sich. Zumindest im Frühjahr wird er noch in der Bundesliga zu sehen sein, bevor ihn Leverkusen für 8 Millionen zurückkauft. Auf Platz neun der Flügel-Kategorie taucht auch der einzige Rapidler auf - als Chancen-Vorbereiter ist Nikolaus Wurmbrand sogar die Nummer zwei aller angeführten Spieler.

Bei den Stürmern stellen die Salzburger wieder den Top-Mann: Edmund Baidoo verweist den Brasilianer Kaua Elias auf den zweiten Platz, der seit knapp einem Jahr erfolgreich für Schachtjor Donezk stürmt und den Ukrainern 17 Millionen Euro wert war. Baidoo, der seine Stärken im Eins-gegen-Eins und im Finishing hat, wird auf 25 Millionen taxiert. Um 10 Millionen mehr als Sturms Leon Grgic, der auf Platz drei geführt wird.

Wenn CIES mit seinen Einschätzungen recht hat, sieht RB Salzburg wieder erfolgreicheren Zeiten entgegen. Schon 2026?