Das ist vermutlich die Definition eines Volltreffers: Er kam im Sommer vom Bundesligisten Union Berlin - und hat für seinen neuen Verein noch keine Pflichtspielminute verpasst. Paul Jaeckel und Preußen Münster, das scheint ziemlich gut zu matchen. "Die Spielphilosophie passt sehr gut zu mir", sagt Jaeckel in einem Interview mit der Märkischen Allgemeinen. "Anders als bei Union oder Braunschweig agieren wir weniger mit langen Bällen. Der Trainer legt viel Wert auf Kurzpassspiel. Gerade in der Hintermannschaft tragen wir da viel Verantwortung. Ich mag das."
"Glückshormone im Körper": Im Vorjahr siegte Münster in Berlin
Münsters mutige Herangehensweise brachte bereits zehn Punkte - allerdings auch noch kein Spiel ohne Gegentor. "Wir gehen mit unserer Spielweise ein gewisses Risiko", konstatiert der gebürtige Eisenhüttenstädter Jaeckel, der bei Energie Cottbus und dem VfL Wolfsburg fußballerisch groß wurde. "Das bringt aber auch viele Vorteile mit sich. Solange diese Vorteile größer sind, ist das für mich völlig in Ordnung."
Als der SC Preußen vor zehn Monaten, im Dezember 2024, bei frostigen Temperaturen eine Halbzeitführung der Gastgeber drehte und im Berliner Olympiastadion mit 2:1 gewann, waren Jaeckel und der jetzige Trainer Alexander Ende noch nicht an Bord. "Die Jungs, die letztes Jahr dabei waren, verbinden mit dem Ort positive Momente", sagt Ende vor der erneuten Dienstreise in die Hauptstadt. "Es hilft natürlich, dass man da schon mal Glückshormone im Körper hatte. Das wollen wir Samstag wieder."
Die Niederlage gegen Hertha im Pokal hat Ende abgehakt
Seinen Reiz bezieht das Spiel auch daraus, dass es bereits Mitte August zum Kräftemessen kam. Da gewann Hertha BSC in der 1. Runde des DFB-Pokals in Münster mit 5:3 im Elfmeterschießen und zog glücklich in die 2. Runde ein, vor allem im ersten Durchgang war Endes Team seinerzeit klar tonangebend. „Damals waren wir sehr enttäuscht", erklärt der Coach, "aber das Spiel ist abgehakt."
Im Hinterkopf ist es beim einen oder anderen gleichwohl immer noch, Abwehrspieler Jaeckel sagt: "Ich würde schon sagen, dass wir noch eine Rechnung offen haben. Wir haben uns in dem Spiel für unseren guten Auftritt einfach nicht belohnt, das gilt es diesmal besser zu machen." Und nach seinen Jahren bei Union Berlin gibt er vor dem Duell mit Hertha zu: "So ein bisschen besonders ist das schon. Ich würde mich auch aus Unioner Sicht freuen, das Spiel zu gewinnen."