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Johrdens Wertschätzung für Hrubesch - Kössler droht auszufallen

kicker

Am Donnerstag ging es bei der TSG Hoffenheim zunächst einmal um "eine Art Bestandsaufnahme". Etliche Spielerinnen waren erst am Mittwoch aus der Länderspielpause zurückgekehrt, manche hatten am Montag gespielt, manche am Dienstag und manche gar nicht. Deshalb könne man die einen "ein bisschen mehr belasten, die anderen ein bisschen weniger", erklärt Interimstrainer Thomas Johrden.

Das erste komplette Mannschaftstraining hatte der 38-Jährige für Freitag angesetzt. "Es gilt, den Plan fürs Wochenende aufgrund der wenigen Zeit so einfach wie möglich zu halten. Zwei, drei taktische Anpassungen wird es definitiv geben, aber die Grundordnung, die Grundidee bleibt bestehen", sagt Johrden mit Blick auf die anstehende Partie gegen Union Berlin am Sonntag (14 Uhr).

Union erwartet "maximaler Stress"

Und wie sieht diese Grundidee aus? "Wir schauen auf uns, wollen unser Spiel mit Ball weiter forcieren. Gegen den Ball werden wir versuchen, so aggressiv zu spielen wie gegen Bayern, aber natürlich werden wir in dieser Partie eine höhere Ballbesitzphase haben. Darauf liegt unser Fokus", erklärt Johrden, der nach der Trennung von Theodoros Dedes vom Co- zum Cheftrainer aufgestiegen ist, an der grundsätzlichen Ausrichtung der TSG aber nicht viel ändern will.

Während bei Johrdens Premiere gegen den FC Bayern (1:5) für die TSG erwartungsgemäß wenig zu holen war, steht Hoffenheim gegen den Tabellen-Elften aus Berlin schon etwas mehr unter Zugzwang. "Union spielt einen sehr kompakten Fußball. In der Spieleröffnung wählen sie öfter mal die längeren Bälle, wenn man sie unter Druck setzt. Und sie haben vorn viel Tempo", weiß Johrden über den Gegner. "Für uns ist es wichtig, dass wir die Tiefe gut absichern und versuchen, gezielte, lange Bälle von Union früh zu attackieren. Wir wollen sie unter Druck setzen, maximalen Stress ausüben."

Wichtiger Austausch mit Hrubesch

Dass Johrden heute überhaupt als Cheftrainer der TSG fungieren kann, liegt auch an Ex-Frauen-Nationaltrainer Horst Hrubesch. Als Nachwuchsdirektor des Hamburger SV hatte Hrubesch Johrden bei seinem ehemaligen Verein zum Cheftrainer der Hamburger U-19-Junioren gemacht. Entsprechend wichtig war Johrden im vergangenen Sommer Hrubeschs Meinung zu einem möglichen Engagement als Co-Trainer der TSG, das Hrubesch Johrden ganz klar empfahl. "Mir war es wichtig, in dem Moment Horsts Meinung einzuholen. Ein regelmäßiger Austausch findet nicht statt, aber wir telefonieren öfter mal. Meine Wertschätzung ihm gegenüber ist enorm", berichtet Johrden.

Ähnlich wie bei Dedes liegt auch beim derzeitigen Interimscoach der Fokus nicht auf der Tabelle, ganz unwichtig ist das Tableau für Johrden aber auch nicht. "Ich habe gerne maximalen Erfolg. Je weiter oben man steht, umso besser ist es natürlich. Die Tabelle lügt nicht, und wir spielen Fußball, um das Maximale zu erreichen. Aber das soll trotzdem parallel zur Entwicklung funktionieren."

Personell sieht es in Hoffenheim mit Blick auf Sonntag zwar gut aus, hinter den erkrankten Lisann Kaut, Melissa Kössler und Nadine Bitzer steht allerdings noch ein Fragezeichen.