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João Pedro und Fluminenses Wertekonzept

FIFA

João Pedro kam mit elf Jahren zum Fluminense FC. Von klein auf lernte er in der Nachwuchsabteilung der Tricolor mehr als nur das Fußballspielen. In einer der größten Talentschmieden des Weltfußballs wurden ihm ganz wichtige Werte vermittelt.

Als er nun zwölf Jahre später zum ersten Mal gegen den Klub seiner Jugend antrat, zeigte der Stürmer all die herausragenden Eigenschaften, die während seiner Ausbildung gefördert worden waren. Beim 2:0-Sieg des Chelsea FC im Halbfinale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025™ erzielte er nicht nur beide Tore, sondern erwies dem Klub, der ihn als Spieler und Persönlichkeit geformt hat, auch den gebührenden Respekt, indem er auf einen ausgiebigen Torjubel verzichtete.

"Ich hatte gemischte Gefühle. Einerseits war ich überglücklich, im Trikot von Chelsea meine ersten beiden Tore zu erzielen. Andererseits hat es mich aber auch irgendwie traurig gemacht, weil auf der anderen Seite einige ehemalige Mitspieler und auch Mitarbeiter standen, die ich kannte. Spieler, die in der Nachwuchsabteilung des Klubs ausgebildet wurden und für die das ein ganz besonderer Moment war", so João Pedro.

"Es ist schwierig, sie so traurig zu sehen, denn ich weiß ja, dass sie den gleichen Traum haben wie ich und da stehen möchten, wo ich jetzt stehe. Aber ich muss meine Arbeit machen, und zum Glück habe ich heute zwei Tore erzielt."

Wenn man João Pedro heute als wichtigsten Spieler im Angriff von Chelsea sieht, ist kaum vorstellbar, dass er erst in den letzten Jahren seiner Ausbildung auf die Position des Mittelstürmers gerückt ist. Als Kind agierte der schnelle und technisch versierte Spieler nämlich noch auf der Spielmacherposition im offensiven Mittelfeld.

Da er in der Jugend sehr schnell wuchs, hatte er jedoch Schwierigkeiten, sein Spiel an den veränderten eigenen Körper anzupassen. Trainer Eduardo Oliveira erinnert sich noch gut an diese Zeit und erklärt, warum der Stürmer auch im Spielaufbau so überzeugend ist.

"JP hatte eine schwierige Zeit", meint Eduardo Oliveira, einer von João Pedros Trainern in der Jugend, im Gespräch mit der FIFA. "Er kam mit elf oder zwölf Jahren nach Xerém [Standort der Fußballschule von Fluminense im Bundesstaat Rio de Janeiro] und war mit seinem Talent damals in aller Munde. Aber mit 15 oder 16 Jahren hatte er einen enormen Wachstumsschub, und plötzlich klappte vieles nicht mehr, was er vorher so gut konnte. Er war ein typischer Zehner."

"Lange Zeit kam er nur noch selten zum Einsatz. Das war ein schwerer Rückschlag für ihn. Da kam er auf mich zu und sagte: 'Edu, ich will in keinem einzigen Spiel mehr auf der Bank sitzen'", erinnert sich der Trainer.

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In der Fußballschule von Fluminense gehörte João Pedro einer hervorragenden Generation der Geburtsjahre 2000 und 2001 an, aus der sich mehrere Spieler international profilieren konnten. Da wären zum Beispiel der Mittelfeldspieler André (heute bei den Wolverhampton Wanderers) oder der Angreifer Luiz Henrique von Zenit St. Petersburg, die beide bereits für die brasilianische Seleção zum Einsatz gekommen sind. Hinzu kommen Akteure wie John Kennedy (CF Pachuca), Kayky (EC Bahia), Matheus Martins (Botafogo) und Biel (Sporting Lissabon).

Marcelo Veiga, technischer Koordinator der Nachwuchsabteilung von Fluminense, betont, wie sehr diese Spieler die Werte verinnerlicht haben, die über die Methodik des Klubs vermittelt werden.

"Die wichtigste Leitlinie und der Grund für den Erfolg Fluminenses bei der Ausbildung der Spieler ist unsere festgeschriebene Methodik, die von vielen Händen erstellt wurde", so Veiga. "Dort ist festgelegt, was wir mit Blick auf die Technik und Taktik, aber auch im sozialen und ethischen Bereich fördern sollen."

"Die Generation von 2001 ist der wohl stärkste Vertreter der Methodik und Philosophie von Fluminense in letzter Zeit. Die Arbeit in Xerém ist geprägt von Ballbesitzfußball und technisch sehr versierten Spielern."

Bevor er seine Arbeit auf dem Platz aufnahm, war Eduardo Oliveira an der Ausarbeitung der Methodik von Fluminense beteiligt, die sich auf fünf wichtige Werte stützt: Respekt, Leistungsbereitschaft, Kreativität, Teamgeist und Engagement.

"Wir haben das Wertekonzept im Training als Grundlage herangezogen und mit der Technik- und Taktikschulung zum Leben erweckt", erklärt er. "Das Konzept des Teamgeists haben wir in die Arbeit der Viererkette eingebunden. In einer Übung für das letzte Drittel haben wir die Kreativität in den Mittelpunkt gerückt, um die Spieler zu ermutigen in Eins-gegen-eins-Situationen zu gehen."

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Mit dieser Herangehensweise wurde nicht nur ein Sportler geformt, sondern auch eine große Persönlichkeit. So konnte João Pedro seinem Ausbildungsklub selbst in einem Moment größter Euphorie, in dem er seine ersten beiden Tore im Trikot von Chelsea erzielte und das Team damit ins WM-Finale katapultierte, den gebührenden Respekt erweisen.

Er nahm sich bei aller Freude über den Finaleinzug sogar die Zeit, der Fangemeinde von Fluminense eine Botschaft zukommen zu lassen.

"Es tut mir wirklich leid. Ich weiß, wie wichtig dieses Turnier für sie ist, aber für uns ist es eben auch wichtig. Das gehört im Fußball dazu", meinte er bedauernd.

"Das war natürlich nicht das, was sie sich erhofft hatten. Auf einer Seite fließen leider immer Tränen... Jetzt gilt es, weiter zu arbeiten. Man weiß nie, was die Zukunft bringt. Ich hoffe, eines Tages zurückzukehren. Ich kann die Zukunft nicht beeinflussen, aber die Fans wissen, wie sehr mir Fluminense am Herzen liegt."

João Pedro und Chelsea treffen am 13. Juli im Finale im MetLife-Stadion auf den Sieger der Partie zwischen Real Madrid und Paris Saint-Germain.