Am Sonntag stand Raphael Obermair zum dritten Mal im dritten Spiel in der Startelf. Der 29-Jährige schlug sogar die Flanken-Vorlage zum 2:0-Zwischenstand beim 3:1-Pokalsieg gegen Drittligist Viktoria Köln. Und wenn es nach Ralf Kettemann geht, steht Obermair in dieser Saison noch sehr oft in der Paderborner Startelf: "Davon gehe ich aus. Mehr gibt es nicht zu sagen."
Klare Worte, zumal Obermair heftig vom 1. FC Köln umworben wird. Der Bundesliga-Aufsteiger mit dem aus Paderborn ins Rheinland gewechselten Trainer Lukas Kwasniok macht wenig Hehl daraus, den Rechtsfüßer gern verpflichten zu wollen. Das tat besonders Kwasniok bereits offen kund.
Ein Nebensatz mit Wucht
Nun sprach erneut Kettemann zur Causa - und wurde deutlich. "Es ist Deutschland und jeder darf sagen, was er will", stellte der Paderborner Coach nach dem Pokalsieg klar. Und konnte sich dann eine Ergänzung nicht verkneifen.
"Einen kleinen Nebensatz sage ich dazu noch: Was ich nicht cool finde, ist, dass man Paderborn in die moralische Peitsche mit reinnimmt und sagt, dass es schön wäre, wenn der SC Paderborn dem Spieler das (gemeint ist der Wechsel, Anm. d. Red.) ermöglicht. Das ist eine sehr subjektive Sichtweise", kritisierte Kettemann. Und legte erneut nach: "Ich glaube, dass Raphael auf jeden Fall bei uns bleibt."
Ausgeschlossen ist im Fußball nichts, doch die Ostwestfalen stellen sich aus guten Gründen quer: Obermair gilt als absoluter Leistungsträger, er ist im Team eine Konstante und führte den SCP in den ersten beiden Partien der Zweitligasaison als Kapitän aufs Feld.
Der sportliche Stellenwert überwiegt derzeit die Vorteile durch etwaige Einnahmen aus einem Verkauf, zumal die Saison weit fortgeschritten ist und nach dem Abgang eines Schlüsselspielers erneut am Kader-Konstrukt geschraubt werden müsste. Das heißt nicht etwa, dass ein Wechsel nicht zustandekommen kann - sehr wohl aber, dass es vonseiten der Ostwestfalen derzeit wenige Gründe gibt, auf Offerten der Kölner einzugehen.