Paderborn hat mit dem 4:3 über Arminia Bielefeld den fünften Sieg in Folge gefeiert. Solch eine Serie war dem SCP in seiner Zweitliga-Geschichte zuvor nur einmal in der Spielzeit 2013/14 gelungen. Damals waren die Ostwestfalen am Saisonende erstmals in die Bundesliga aufgestiegen.
Davon möchte derzeit natürlich noch niemand sprechen. Denn das Ostwestfalen-Derby "war ein wilder Ritt", wie es Ralf Kettemann später bezeichnete. Der SCP-Trainer haderte vor allem mit der ersten Hälfte.
"Wir haben von Minute zehn bis 45 nicht derbylike Fußball gespielt", sagte Kettemann auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. "Das ist nicht cool, kommt aber vor. Da müssen wir ran, auch wenn das nicht immer ganz greifbar ist."
Doch nach dem Wechsel löste sein Team die Handbremse. In den 15 Minuten nach dem Wechsel "hat man gesehen, welche Power wir entwickeln können. Das war eine Top-Performance".
Kettemann über Tigges: "Das sieht oft keiner"
Besonders Steffen Tigges war mit seinen ersten Toren für den SCP spielentscheidend. "Stürmer werden an Toren gemessen", weiß auch Ketteman, unterstrich aber eine ganz andere Tugend seines Angreifers. "Aber der Fußball hat sich entwickelt. Stürmer sind die ersten Verteidiger. Dass wir viermal zu Null gespielt haben, liegt auch an ihm. Das sieht oft nur keiner." Tigges habe laut Kettemann ein "großes Herz" und "großen Hunger".
Wenn ein Stürmer viel marschieren müsse, könne es eben auch mal vorkommen, dass ihm dann vor dem Tor die Kraft fehle. Tigges (11,40 km) spulte jedenfalls nach Santiago Castaneda (11,79 km) die zweitmeisten Kilometer seines Teams ab. Seine kleine Ladehemmung beschrieb er mit dem Ketchupeffekt. "Man muss nur lange genug draufklopfen, Irgendwann kommt das Zeug aus der Flasche."