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"Kick and Rush ist nicht unser Ansatz": Leopold vermisst die Ruhe im Spiel

kicker

Nach dem Abpfiff vor ausverkaufter Heimkulisse konnte Enzo Leopold seine Enttäuschung nicht verbergen. "Ich fühle mich natürlich nicht so gut", gestand der Kapitän, dessen Team Hannover 96 soeben die erste Saisonniederlage eingesteckt hatte. Und das deutlich, mit 0:3 gegen den bisherigen Tabellenvorletzten Hertha BSC. "Aber es spiegelt den Spielverlauf gar nicht wider. Es kann ganz anders ausgehen. Wenn wir unsere Chancen reinmachen, ziehen wir das Spiel mit Sicherheit auf unsere Seite", so Leopold, der hierbei sogar von Gäste-Trainer Stefan Leitl an dessen alter Wirkungsstätte Zustimmung erhielt.

Von einem glücklichen Pausenstand sprach der Berliner Coach, nachdem bereits in den Anfangsminuten zunächst Jannik Rochelt (4.), dann Benedikt Pichler (9.) mit starken Abschlüssen am noch stärkeren Hertha-Keeper Tjark Ernst scheiterten. Und dennoch. "Es gilt in solchen Spielen, den Ball einfach über die Linie zu drücken. Da müssen wir wieder ein paar Prozent drauflegen", forderte Leopold. Zumal es weitere Mängel im Spiel des Spitzenreiters gab, die dann vielleicht nicht so drastisch ins Gewicht gefallen wären.

Gegentreffer nach einfachen Ballverlusten

"Die Gegentore dürfen nicht so leicht fallen", lautete eine weitere Kritik des 25-Jährigen. "Das waren Unkonzentriertheiten von uns. Wir verteidigen nicht gut, das haben wir in den letzten Spielen deutlich besser gemacht. Daraus müssen wir auf jeden Fall unsere Schlüsse zielen." Die Entstehung der Treffer habe jeweils aus einfachen Ballverlusten und leichten Fahrlässigkeiten resultiert, so der Mannschaftsführer.

Beim 0:1 zeigte Hayate Matsuda im defensiven Kettenverhalten Schwäche, als er rechts aus einer schlechten Position heraus nicht ausreichend gegen den anschließenden Torschützen Herthaner Marten Winkler verteidigen konnte. "Beim 0:2 sind wir bei der Flanke gar nicht am Mann", kommentierte Leopold zudem das Deckungsverhalten nach Fabian Reeses Hereingabe, die Dawid Kownacki ziemlich unbedrängt einköpfen konnte. Beim nicht mehr entscheidenden 0:3 schließlich verpassten die Einwechselspieler Kolja Oudenne Und Daisuke Yokota ihren Einsatz gegen Flankengeber Michael Cuisance, hinten kam schließlich Leopold gegen den einschussbereiten Luca Schuler zu spät.

"Wir wollen die Kontrolle, die Dominanz"

Die Partie könnte nach Ansicht Leopolds ein Vorgeschmack gewesen sein. Die Gegner in der Liga verstehen inzwischen zunehmend, was sie aufbieten müssen, um gegen die offensive Wucht der Hannoveraner eine Chance zu haben. "Hertha hat es gegen den Ball sehr gut gemacht. Wir wissen natürlich, was von Spiel zu Spiel mehr auf uns zukommen wird, nämlich genau das. Da gilt es einfach, mit Ball noch ruhiger, noch cooler zu bleiben, nicht zu hektisch und zu hastig nach vorne zu spielen. Da sind die Bälle dann leicht weg und wir können unser Spiel nicht aufziehen."

Vielleicht trugen auch die ausbleibenden Erfolgserlebnisse vor dem Tor in der Partie gegen die Berliner dazu bei, dass in den 96-Reihen Hektik aufkam. Leopold: "Teilweise haben wir es zu schnell gemacht, als wir einfach noch mehr Kontrolle über das Spiel bekommen mussten." In erster Linie wolle man den Ball haben, Ballbesitzfußball spielen. In Kiel, beim 2:1-Sieg im Spiel zuvor, habe dies deutlich besser funktioniert, und das ebenfalls nach Rückstand. "Da waren wir deutlich ruhiger. Es wurde dann zu wild, vielleicht wollten wir zu schnell nach vorne spielen, haben dabei die falschen Entscheidungen getroffen, obwohl genug Zeit war."

Auch wenn es einmal passieren musste, dass die Erfolgsserie reißt und die erste Niederlage zu Buche steht: Mit weiten Teilen des Auftritts gegen Hertha BSC konnten die Gastgeber auch durchaus zufrieden sein. Es nicht konsequent und souverän weitergespielt zu haben, schmeckte Kapitän Leopold aber einfach nicht. "Das ist nicht unser Ansatz, so ein Kick and Rush. Wir wollen die Kontrolle, die Dominanz im Spiel haben."