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Kiels Pokalheld Harres besiegt sein Trauma

kicker

Schon in den sechs gemeinsamen Zweitligajahren von 2018 bis 2024 hatte Holstein in Hamburg stets den Partycrasher gegeben und nie verloren, jetzt triumphierten die Störche auch im Pokal, siegten letztlich verdient mit 4:2 im Elfmeterschießen - weil sie insbesondere im ersten Durchgang der regulären Spielzeit die besseren Chancen hatten. Und weil Phil Harres zweimal Nervenstärke bewies.

Harres war schon beim FC Homburg ein Pokalschreck

Schon im ersten Durchgang hätte der 23-jährige Angreifer, bereits auf seiner vorherigen Station beim FC Homburg ein Pokalschreck, treffen können, scheiterte aber freistehend an HSV-Keeper Daniel Peretz. In der 118. Minute machte er es dann besser: Nach einem Stockfehler und anschließendem Foulspiel von Hamburgs Verteidiger Guilherme Ramos schnappte sich Harres den Ball und versenkte ihn aus knapp 25 Metern zum 1:1. Angelfreund und Ex-Kollege Remberg war überrascht: "Wir kennen uns gut, aber ich wusste nicht, dass Phil so gute Freistöße schießen kann. In der vergangenen Saison hat er selbst im Training keine gemacht."

Im Elfmeterschießen überraschte Harres dann noch einmal - in erster Linie sogar sich selbst. Wie selbstverständlich schnappte er sich den letzten Ball, verwandelte eiskalt. Und verriet anschließend in der Mixed Zone, dass er eigentlich ein Elfmeter-Trauma hat, seit seiner Zeit als ganz junger Stürmer. "Ich habe in meiner Karriere bislang einen einzigen Elfmeter geschossen, in der Regionalliga Nordost für Viktoria Berlin. Den habe ich meterweit drübergejagt." Und schlimmer noch: "Ich hatte diese Szene seitdem immer im Kopf, habe deswegen nie wieder einen Elfmeter geschossen."

Harres` Gefühl täuscht ihn nicht

Weshalb aber übernahm er dann ausgerechnet vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften und brodelnden Volksparkstadion die Verantwortung? "Weil ich schon am Vormittag das Gefühl hatte, dass ich dieses Mal treffe." Gegenüber Teamkollege Steven Skrzybski hatte er dies sogar angekündigt. "Ich habe zu Stevi gesagt, heute breche ich den Fluch. Und ich habe zu ihm gesagt, wenn ich mir den Ball schnappe, soll er an mich denken."

KSV-Trainer Marcel Rapp bekannte nach dem großen Sieg, dass er die Geschichte vorher nicht kannte und sich bei Harres vom Punkt relativ sicher war. "Phil hat einen guten Schuss. Außerdem hatte er vorher schon den Freistoß verwandelt und viel Selbstvertrauen." Das mündete in einem zweiten goldenen Schuss und in einer Mini-Trophäe. Neben dem Sieg über das eigene Elfmeter-Trauma gewann Harres auch den Pokal für den Man oft the Match.