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Kingsley Coman und PSG: eine unvollendete Liebesgeschichte

FIFA
  • Paris Saint-Germain trifft im Viertelfinale der FIFA Klub-WM auf Bayern München
  • Für Kingsley Coman gibt es ein Wiedersehen mit seinem Ausbildungsverein
  • Seine erfolgreichsten Zeiten feierte er mit anderen europäischen Topklubs

Dies ist die Geschichte eines Jungen aus Paris, der in seiner Heimatstadt zur Legende hätte werden können – vielleicht sogar müssen. Anfang der 2010er-Jahre deutete vieles darauf hin, dass Kingsley Coman eine große Karriere bei Paris Saint-Germain hinlegen würde.

Und tatsächlich: Sein Einstieg beim Hauptstadtklub wirkte wie der Beginn einer langen Liebesgeschichte. Die ersten Bälle kickte Coman unweit von Paris im Département Seine-et-Marne. Unterstützt von seinem Vater, einem eingefleischten PSG-Fan, schloss er sich 2005 im Alter von nur neun Jahren der Nachwuchsakademie des Vereins an.

Schnell zeigte sich, dass der junge Coman etwas Besonderes war. Er spielte sich rasch in die besten Jugendteams, seine Trainer und Förderer waren begeistert.

Laurent Bonadei, einer seiner damaligen Trainer und heutiger Nationaltrainer der französischen Frauenmannschaft, erinnerte sich bei Eurosport: "Kingsley hatte die richtige Einstellung, war intelligent und hatte in der Schule ein Jahr übersprungen. Man musste ihm die Dinge nicht zehnmal erklären, bis er sie begriff. Es war offensichtlich, dass er das Potenzial für ganz nach oben hatte."

Und genau da wollte er hin – am besten ohne Umwege. Im Februar 2013 gab Coman sein Pflichtspieldebüt für die Pariser. Beim 2:3 gegen Sochaux kam er für Marco Verratti ins Spiel und stellte dabei mit 16 Jahren, acht Monaten und vier Tagen einen Vereinsrekord auf: Jüngster Spieler der Klubgeschichte – ein Rekord, der erst 2022 von Warren Zaïre-Emery gebrochen werden sollte.


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Auch Carlo Ancelotti, damals PSG-Trainer, glaubte an ihn. Der gesamte Verein, inklusive der Fans, sah in ihm ein Talent mit einer großen Karriere vor sich. Doch während Comans Anlagen unbestritten waren, wurde ihm klar: In Paris würde es sehr schwer werden, sich gegen die etablierten Stars durchzusetzen.

Der Klub hatte sich gerade eine Offensiv-Startruppe mit Zlatan Ibrahimović, Javier Pastore, Edinson Cavani und Ezequiel Lavezzi zusammengestellt – Einsatzzeiten für junge Eigengewächse? Eher Mangelware. PSG wollte den schnellen Weg nach oben und setzte dabei konsequent auf große Namen.

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Coman unterschrieb nie einen Profivertrag bei PSG und kam nur auf vier Einsätze für den Klub, der ihn einst formte. Und er war nicht der Einzige: Auch heutige Topstars wie Christopher Nkunku, Mike Maignan oder Moussa Diaby verließen Paris, ohne ihre Chance zu bekommen. Doch Comans Fall ist wohl der bekannteste. Europas Topklubs hatten sein Potenzial längst erkannt und so wechselte er 2014 zum Juventus FC, bevor er schließlich beim FC Bayern landete, wo er bis heute Stammspieler ist.

Einmal Pariser, immer Pariser?

Es war wie aus einem Drehbuch: Ausgerechnet Kingsley Coman beendete die Träume seines Ex-Klubs PSG in deren wichtigstem Spiel der Vereinsgeschichte. Im Champions-League-Finale 2020 erzielte er beim 1:0-Sieg des FC Bayern München das entscheidende Tor gegen Paris. Und die Geschichte schrieb sich 2023 weiter: Im Achtelfinalhinspiel traf Coman erneut – wieder das einzige Tor der Partie.

"Ich bin in diesem Klub aufgewachsen. Das ist meine Stadt. Es war nicht einfach für mich, deshalb konnte ich nicht jubeln", gab er nach dem Spiel zu.

Am Samstag, den 5. Juli, trifft Coman mit dem FC Bayern im Viertelfinale der Klub-WM erneut auf seinen Ausbildungsverein. Auch wenn er beim 4:2-Sieg im Achtelfinale gegen CR Flamengo verletzt ausgewechselt wurde, soll er zum Anpfiff wieder bereit sein – und PSG auch diesmal keine Geschenke machen.

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Trotz seiner klaren Treue zum FC Bayern hat Coman seine Wurzeln nie vergessen. PSG begegnete er stets mit Respekt, ohne Nachtreten oder Provokationen. Die Frage bleibt: Kehrt er eines Tages doch noch einmal heim – als Rückkehrer, der alles erreicht hat?

Auf einer Pressekonferenz im Jahr 2023 – noch bevor PSG zum internationalen Höhenflug ansetzte – sagte Coman über seinen früheren Klub: "Seit meinem Weggang hat sich PSG stark entwickelt. Als Spieler, der in Paris aufgewachsen ist, wünscht man sich natürlich, dass PSG eines Tages die Champions League gewinnt, denn das ist schon seit sehr langer Zeit das Ziel. Aber solange ich beim FC Bayern bin, hoffe ich natürlich, dass wir gewinnen."

Und schließlich fügte er hinzu: "Aber man weiß nie, ob ich eines Tages das Team wechseln werde."


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