Ein bitterer Abend war es für die SpVgg Greuther Fürth am Böllenfalltor. Die Mannschaft von Thomas Kleine zeigte eine über weite Strecken engagierte Leistung, drehte einen Rückstand in eine Führung - und verlor schließlich doch. Insgesamt stand unter dem Strich die achte Liganiederlage im 13. Spiel. Dass es mit dem Punktgewinn bei den Lilien nicht klappte, hatte vor allem einer zu verantworten: Fraser Hornby erwischte, mal wieder, einen Sahnetag, schenkte der Spielvereinigung zwei Tore ein und bereitete den zwischenzeitlichen Ausgleich selbst vor - doch der Treffer von Isac Lidberg hatte einen Haken: Nach einer Ecke von der linken Seite hatte Vorlagengeber Hornby zuvor bei einer Kopfballverlängerung von Kilian Corredor am langen Pfosten im Abseits gestanden. Der VAR meldete sich, checkte mehrere Szenen, aber nicht die aus Fürths Sicht letztlich entscheidende: das Tor zählte.
Kleine über Ausgleich: "Wir waren verwundert, dass der Treffer zählt"
Entsprechend enttäuscht zeigte sich Gäste-Trainer Kleine nach der Partie bei Sky: "Beim ersten Ball ist es klar Abseits. Aber mittlerweile ist es schwer, etwas zu sagen. Wenn ich damit zum vierten Offiziellen gehe, wird man weggeschickt." An sich aber habe er direkt die Abseitsposition erkannt. "Wir waren verwundert, dass der Treffer zählt", so der 47-Jährige.
Auf der anschließenden Pressekonferenz verriet Kleine, dass auch Schiedsrichter Max Burda den Fehler im Nachhinein erkannt und sich für die Szene entschuldigt hatte. "Das nehmen wir so hin, was anderes kann man nicht machen", meinte Kleine resignierend. Er habe die Sache nach Spielschluss "in Ruhe" mit dem Schiedsrichterteam geklärt. "Das hilft uns in diesem Moment aber überhaupt nicht weiter."
„Das passt dann auch zu unserer Situation. Das tut extrem weh.“ (Fürth-Trainer Thomas Kleine)
Punkte gibt es nachträglich schließlich nicht, die wären für das Kleeblatt an diesem Samstagabend gegen ein Top-Team der 2. Liga aber durchaus drin gewesen. "Extrem bitter" sei dieser irreguläre Ausgleichstreffer, so Kleine, und: "Das ist schon eine spielentscheidende Szene und passt dann auch zu unserer Situation. Das tut extrem weh."
Zudem erkannten die Fürther in der Nachspielzeit der ersten Hälfte ein Handspiel von Darmstadts Verteidiger Aleksandar Vukotic im Strafraum. Der VAR checkte auch diese Situation, doch das Gespann verweigerte letztlich den zweiten Elfmeter für das Kleeblatt.
Kleine legt den Fokus auf die eigenen Schwächen
Kleine wollte aber nicht die Schuld für die Niederlage dem Schiedsrichtergespann zuschieben, sondern legte den Fokus auch auf die eigenen Schwächen nach dem 2:2: "Schade, dass wir es nicht geschafft haben, dann wieder kompakter zu stehen." Sein Team habe vor allem in der ersten und zu Beginn der zweiten Hälfte mutig nach vorne gespielt, auch seine Möglichkeiten gehabt. Diese wurden jedoch im Laufe des zweiten Durchgangs immer weniger. Viel mehr beschränkten sich die Fürther auf Distanzschüsse, die Lilien-Keeper Marcel Schuhen nicht wirklich forderten, sondern bei den eisigen Temperaturen lediglich ein wenig in Bewegung hielten.
Was also für die kommenden Spiele bleibt? "Ich habe trotzdem den Jungs gesagt: Hier ein Spiel zu drehen, das ist gut. Ich bin immer einer, der das Positive sieht. Aber die vier Gegentore ärgern uns richtig", bilanzierte Kleine. Am kommenden Wochenende steht dann das Kellerduell gegen Bochum (14. gegen 15.) auf dem Programm.