Vier Spieltage sind in der 2. Liga bisher gespielt, und das Kleeblatt liegt gleich in zwei Statistiken vorne: Kein Team hat mehr Treffer (11) erzielt, kein Team mehr Gegentore (10) kassiert. Während die Offensivpower allen, die es mit den Mittelfranken halten, ein Strahlen ins Gesicht zaubert, sorgt die Defensivschwäche für Sorgenfalten auf der Stirn. In Magdeburg probierte es Trainer Thomas Kleine erstmals in dieser Saison hinten mit einer Vierer- statt einer Dreierkette - für wirklich mehr Stabilität sorgte das aber nicht. Eine Frage der taktischen Ausrichtung seien die vier Gegentore beim FCM aber nicht gewesen, betonte Kleine auf der Pressekonferenz am Freitag. Die Gegentreffer, die das Kleeblatt in dieser Saison bisher kassiert hat, waren nicht dem System geschuldet, so der 47-Jährige, sondern vielmehr "situativen Individualfehlern".
Deshalb wurde in der Länderspielpause sowohl an der Vierer- als auch der Fünferkette weiter gearbeitet, um in beiden Systemen stabiler zu werden. "Entscheidend", streicht Kleine heraus, sei es schließlich, "defensiv sehr kompakt zu stehen - egal in welchem System." Viel wichtiger als die Systemfrage sei die eigentliche Defensivarbeit an und für sich, findet Kleine und zählt auf, in welchen Punkten er Fortschritte sehen will - als da wären: "das Verteidigen der eigenen Box, von Flanken und der Tiefe."
Reich ist dabei - ein Quartett fällt aus
Dabei mithelfen könnte Lukas Reich. Der 18-jährige Rechtsverteidiger, der im Sommer für eine halbe Million Euro von 1860 München kam, musste sich zu Beginn der Vorbereitung einer Blinddarm-OP unterziehen, aufgrund der er lange passen musste. Während der Länderspielpause gab der deutsche U-19-Nationalspieler im Test gegen den FC Augsburg (2:1) nun aber sein Comeback. "Es war wichtig, dass Luki ohne Probleme 45 Minuten spielen konnte", freute sich Kleine über den Rückkehrer. "Wir sind froh, dass er zurückgekommen ist mit seiner positiven Energie. Er ist auf einem sehr, sehr guten Weg und voll dabei."
Im Kader, so viel verriet Kleine schon einmal, steht Reich auf jeden Fall. Womöglich reicht es auf der rechten defensiven Außenbahn, wo Sommer-Zugang Jannik Dehm bisher noch nicht wirklich überzeugen konnte, auch schon für die Startelf. Nicht zur Verfügung stehen dem Coach indes die beiden Torhüter Timo Schlieck (Aufbautraining nach Oberschenkelverletzung) und Nils-Jonathan Körber (Bandverletzung in der Schulter) sowie Sechser Sacha Bansé (Knie-OP) und Defensivallrounder Maximilian Dietz (Knieprobleme).
Kleine warnt vor der "Wucht" des FCK
Angesprochen auf den 1. FC Kaiserslautern, den Gegner an diesem Sonntag, warnt Kleine vor einer "Mannschaft, die sehr viel Wucht" und mit Torsten Lieberknecht "einen sehr erfahrenen Trainer mitbringt." Fürths Trainer erwartet, dass "sie uns hoch anlaufen und uns dadurch immer wieder unter Druck setzen wollen, um Fehler zu erzwingen." Genau die will das Kleeblatt - anders als in Magdeburg - diesmal nicht machen. "Wir wissen, dass wir besser verteidigen können", gibt sich Kleine zuversichtlich. Und ergänzt im Brustton der Überzeugung: "Wir sind überzeugt von unserer Stärke und wissen, dass wir gefährlich nach vorne spielen können." Genau das sollen die Roten Teufel an diesem Sonntag im Fürther Ronhof zu spüren bekommen. In einem Spiel, in dem das Kleeblatt zweierlei schaffen will: an die Torgefährlichkeit der bisherigen Saison anknüpfen und die Anfälligkeit in der Defensive abstellen.