Die FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025™ war ein völlig neues Turnier, wie es zuvor noch nie stattgefunden hatte. Entsprechend herrschte bei den 32 teilnehmenden Klubs eine gewisse Unsicherheit. Ein unbekanntes Terrain, in dem selbst die erfahrensten Spieler Neuland betraten. Umso bemerkenswerter ist es, dass einige der Leistungsträger des Turniers junge Talente waren.
Einige von ihnen nutzten die Bühne, um sich erstmals auf höchstem Niveau zu zeigen, andere hinterließen gleich einen bleibenden Eindruck. Ob durch Tore, Vorlagen, starke Einzelaktionen oder konstant gute Leistungen: Mehrere Youngsters haben sich bei der Klub-WM 2025 ins Rampenlicht gespielt. Hier sind die auffälligsten unter ihnen.
Kaum war Real Madrid in den USA angekommen, sorgte eine Meldung sofort für Aufsehen: Kylian Mbappé musste wegen einer Magen-Darm-Erkrankung ins Krankenhaus. Ein schwerer Rückschlag für die Königlichen, die ausgerechnet im neuen Turnierformat auf ihren Superstar verzichten mussten und ein brisanter Einstand für Xabi Alonso, der damit sein Debüt als Cheftrainer von Real Madrid unter schwierigen Bedingungen erlebte. Seine erste große Entscheidung: Der Coach aus Tolosa setzte im Auftaktspiel gegen Al Hilal auf Gonzalo García als Mittelstürmer und nahm ihn danach nie wieder aus der Startelf.
Bis zu diesem Turnier war Gonzalo im Profikader kaum zum Zug gekommen. Der 21-jährige Stürmer stammt aus der Nachwuchsakademie La Fábrica und wurde schon als Kind wegen seines Torriechers mit Raúl verglichen. Eine Qualität, die er eindrucksvoll unter Beweis stellte: Vier Treffer in sechs Partien sprechen für sich. Er traf gegen Al Hilal, den FC Salzburg, Juventus und Borussia Dortmund und wuchs damit zu einem der auffälligsten Spieler bei den Königlichen heran.
Im Verlauf der Klub-WM hat Paris Saint-Germain gezeigt, wie eingespielt das Team aus Paris ist. So sehr, dass man leicht vergisst, wie jung einige der Schlüsselspieler eigentlich sind. Allen voran Désiré Doué, der mit gerade einmal 20 Jahren die rechte Angriffsseite fest in seiner Hand hatte.
Auch wenn es wie eine Floskel klingt: Bei PSG greifen alle an und verteidigen alle mit. Die Elf auf dem Platz genauso wie die Einwechselspieler. Die Konkurrenz im Kader ist enorm, doch Doué hat sich als unverzichtbarer Bestandteil von Luis Enriques System etabliert. Er stand in jeder Partie in der Startelf und kam bis zum Finale auf beeindruckende 478 Spielminuten. Damit war er der drittmeist eingesetzte Feldspieler im Team, nur Vitinha und Achraf Hakimi standen länger auf dem Platz. Der französische Nationalspieler erzielte ein Tor und gehörte zu den prägenden Figuren auf dem Weg des Hauptstadtklubs ins Endspiel.
Wahrscheinlich wussten zu Beginn der Klub-WM 2025 nur die wenigsten Fußballfans, wer Marcos Leonardo war. Zwar hatte er einst in der traditionsreichen Talentschmiede von Santos in Brasilien auf sich aufmerksam gemacht und einige Tore erzielt, doch in den letzten Jahren war sein Name aus dem Rampenlicht verschwunden. 2024 wechselte er zu Benfica, konnte sich dort jedoch nicht durchsetzen. Im September desselben Jahres entschied er sich beim aufstrebenden Al Hilal in der Saudi Pro League für einen Neustart.
Der Klub aus Riad war zweifellos eine der großen Überraschungen des Turniers. Nicht nur, weil sie es bis ins Viertelfinale schafften, wo sie Fluminense knapp mit 1:2 unterlagen, sondern auch wegen einiger unerwarteter Resultate, die weltweit für Schlagzeilen sorgten. Gleich im ersten Gruppenspiel spielten sie 1:1 gegen Real Madrid, was ein erstes Ausrufezeichen war. Doch der große Auftritt folgte im Achtelfinale: Al Hilal warf Manchester City nach einem spektakulären 4:3 nach Verlängerung aus dem Turnier. Mit zwei Toren, darunter dem entscheidenden Treffer in der Verlängerung, konnte Marcos Leonardo als Matchwinner glänzen.
Insgesamt traf der Brasilianer vier Mal und gehörte damit zu den Top-Torjägern der Klub-WM. Wer seinen Namen vorher nicht kannte, hat jetzt keine Ausrede mehr.
Estêvão war schon vor Beginn des Turniers einer der meistbeachteten Namen. Die Vergleiche mit Lionel Messi und sein bevorstehender Wechsel zu Chelsea hatten das Interesse an der nächsten großen Offensivhoffnung aus der brasilianischen Talentschmiede enorm gesteigert. Für Estêvão war die Klub-WM gleichzeitig ein emotionaler Abschied von Palmeiras, dem Verein, bei dem er groß geworden war. Als hätte das Drehbuch nicht besser geschrieben werden können, traf er im Viertelfinale ausgerechnet auf seinen künftigen Arbeitgeber.
Das Duell war mit Spannung geladen und Estêvão enttäuschte nicht. Von Beginn an machten es ihm seine zukünftigen Teamkollegen alles andere als leicht, gingen aggressiv in die Zweikämpfe und testeten ihn kompromisslos. Doch der Youngster ließ sich nicht einschüchtern. Er scheute keinen Zweikampf und lieferte sich harte Duelle mit Marc Cucurella und Enzo Fernández. Schließlich erzielte "Messinho" auch noch das einzige Tor für die Verdão in diesem Spiel, das mit 1:2 aus Sicht von Palmeiras endete.
Und was für ein Treffer das war: In einer eigentlich festgefahrenen Szene im Strafraum drehte er sich blitzschnell, zog ab. Der Ball küsste erst die Latte, bevor er im Netz zappelte. An der Stamford Bridge weiß man spätestens jetzt ganz genau, welch Juwel da zur kommenden Saison ankommt.
Dean Huijsen war – gemeinsam mit Trent Alexander-Arnold – einer der beiden Neuzugänge, mit denen Real Madrid in die Klub-WM 2025 ging. Trotz seines jungen Alters wurde dem spanischen Nationalspieler, der vom AFC Bournemouth kam, direkt eine Führungsrolle in der Abwehr der Königlichen zugetraut. Dieser Rolle wurde er mehr als gerecht. Nicht nur mit seiner Ruhe und Übersicht in den Zweikämpfen, sondern vor allem durch seine elegante Spieleröffnung, die perfekt zum Spielstil von Xabi Alonso passt und das Fundament in seinem Spiel ist.
Der in den Niederlanden geborene, aber in Málaga aufgewachsene Innenverteidiger stand in fünf der sechs Partien der Madrilenen in der Startelf. Ausgerechnet im Viertelfinale gegen Borussia Dortmund sah Huijsen die Rote Karte, was seinen Einsatz im Halbfinale gegen PSG verwehrte. Seine Abwesenheit machte sich bemerkbar: Real Madrid kassierte in den ersten zehn Minuten zwei Gegentore nach haarsträubenden Abwehrfehlern und verlor damit früh den Anschluss an das Spiel.
Natürlich lässt sich nicht mit Gewissheit sagen, wie die Partie mit Huijsen auf dem Platz verlaufen wäre. Doch eines steht fest: Sein Fehlen war deutlich spürbar. Ein klarer Beleg dafür, welchen Stellenwert der 20-Jährige jetzt schon hat.