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Knall-Start: Krattenmacher sofort voll da

kicker

Maurice Krattenmacher nahm den Ball, der scharf aus der eigenen Abwehr kam, an, drehte auf, beschleunigte, schüttelte zwei Gegenspieler ab und servierte Momente später das Spielgerät punktgenau in den Lauf von Fabian Reese. Weil Havelses Keeper Tom Opitz Reeses Schuss parierte, blieb Krattenmachers herausragende Vorarbeit nach 17 Minuten unbelohnt. Aber die Szene stand exemplarisch für "die richtig gute erste Halbzeit", die Hertha-Trainer Stefan Leitl beim 3:2-Testspielsieg gegen den Drittliga-Aufsteiger am Dienstagabend gesehen hatte - und in der nahezu nichts ohne die Beteiligung von Neuzugang Krattenmacher ablief.

Die Leihgabe des FC Bayern servierte dem diesmal am Pfosten scheiternden Reese nach 24 Minuten eine weitere Top-Chance, und das 2:2 nach 34 Minuten entsprang erneut einer Koproduktion des Duos, das sich anscheinend ohne Anlaufzeit gefunden hat: Krattenmacher flanke gefühlvoll, Reese vollendete - und Leitl bemerkte lakonisch: "Das sieht schon sehr ordentlich aus."

Krattenmacher hat ein anderes Profil als Maza

Zwei Testspiele, in denen die Leihgabe des FC Bayern jeweils 45 Minuten mitwirkte, haben ausgereicht, um Krattenmachers Einfluss auf das Berliner Offensivspiel zu erkennen: Er liefert einen Mehrwert in den Kategorien Tempo, Torgefährlichkeit und Kreativität. Er ist womöglich weniger Regisseur als der nach Leverkusen abgewanderte Ibrahim Maza, sondern eher ein dynamischer Freigeist, der Räume aufspürt und mit einem großen Aktionsradius zwischen den Linien schwimmt. "Es ist ein anderes Profil als Ibo", sagt Leitl. "Maurice ist ein Spieler, der im letzten Drittel immer wieder offensive Lösungen hat, der über einen super ersten Kontakt verfügt und den letzten Pass in einer hohen Wiederholungszahl an den Mann bringt."

Leitl: "Wir wussten, was uns Maurice geben kann"

Auch die Effektivität passt bislang. Bei seinem Hertha-Debüt am vergangenen Samstag im Testspiel beim Nordost-Regionalligisten BFC Dynamo (6:0) verbuchte der 19-Jährige ein Tor und einen Assist. Da spielten Krattenmacher und Reese noch in unterschiedlichen Halbzeiten und Formationen - gegen Havelse durften sie bis zu Reeses Auswechslung nach 35 Minuten erstmals gemeinsam ran und ergänzten sich auf Anhieb auffallend gut.

"Wir wussten, was uns Maurice geben kann und was er Fabi im letzten Drittel geben kann", konstatiert Leitl. "Ich glaube, die Ansätze hat man in den ersten beiden Spielen gesehen." Wichtig für den Trainer ist jetzt, "dass beide gesund bleiben und in der Vorbereitung bleiben, damit sie diese Belastung haben und wir einen guten Start hinlegen". Krattenmachers erste Kostproben beim neuen Klub waren vielversprechend, der Ernstfall kommt aber noch. "Ein Testspiel", sagt Leitl, "ist etwas anderes als der Ligabetrieb." Was zählt, ist der Start auf Schalke am 1. August - dann soll das Duo Reese/Krattenmacher für Tore und Punkte sorgen.