Zwei Siege aus zwei Spielen, Weiterkommen im Pokal gegen Werder Bremen: Viel besser hätte der Saisonstart für Bielefeld nicht laufen können. Gegen Dynamo Dresden folgte dann jedoch im dritten Spiel die erste Niederlage. Ein erster Nackenschlag und die erste Ligapleite seit dem 8. März 2025, die unter dem Strich in Ordnung ging. Zu wenig zeigte die Arminia in Durchgang eins, sodass die Gäste durch Niklas Hauptmann in Führung gingen. Das sah auch Arminia-Erfolgscoach Mitch Kniat so, der im Interview mit Sky nach der Partie gar von einer "verschlafenen Halbzeit" sprach: "Das war nichts, das war gar nichts, das war ohne Mut, das war ohne Torchancen, das war einfach nicht gut." Mit der zweiten Halbzeit sei er sehr zufrieden.
Kniat: "Es wird keine Rote Karte sein"
Und die begann mit einer taktischen Umstellung. Kniat brachte zur Halbzeit unter anderem Kania, der ab sofort in der Sturmspitze auflief, Grodowski wich auf den linken Flügel auf und sorgte mit seinen Aktionen immer wieder für Gefahr. Für den Ausgleichstreffer war auch er verantwortlich, als er technisch anspruchsvoll auf Vorlage von Lannert vollendete. Letzterer geriet dann jedoch zum Thema des Spiels: Einen langen Dresdner Ball nickte Oehmichen in den Lauf von Kutschke, der aus knapp 18 Metern zum Schuss ansetzte, doch aufgrund eines Trikotzupfers von Lannert zu Boden fiel. Referee Tom Bauer zückte sofort Rot, auch ein erneutes Anschauen am Monitor brachte ihn nicht von seiner ursprünglichen Entscheidung ab.
Für Kniat "eine klare Fehlentscheidung: Als ich die Bilder gesehen habe auf der Bank, war ich ganz entspannt, und habe sofort gesagt, dass wir nicht wechseln brauchen, weil es wird keine Rote Karte sein". Dann sei das Kommando gekommen, dass es überprüft wird. "Ich habe dann irgendwann auch mal gelernt, dass wenn zehn Leute sagen, okay, guck es dir nochmal an, dann weißt du, okay, dass zehn Leute was anderes gesehen haben. Aber er hat mir gesagt, dass er das anders gesehen hat und dass er den Hut aufhat. Das ist meiner Meinung nach eine klare Fehlentscheidung", so der Trainer weiter. Dass die Mannschaft dann mit zehn Mann überleben müsse, nerve ihn.
Und seine Elf überlebte lange, allerdings nur bis tief in die elfminütige Nachspielzeit. Dresden drückte, wollte unbedingt den Siegtreffer und bekam ihn schließlich auch: Luca Herrmann nahm eine feine Hereingabe von Faber per Fallrückzieher und setzte die Kugel traumhaft in die Maschen.
Ob und wie sich Arminia Bielefeld von der späten Niederlage erholt, wird sich am kommenden Samstag um 13 Uhr zeigen, wenn es auswärts gegen Eintracht Braunschweig geht (LIVE! bei kicker).