Vier Tage nach dem Ende des Sommer-Transferfensters hat der FC Schalke eine wichtige Personalentscheidung getroffen: Finanzchefin Christina Rühl-Hamers verlängerte ihren Vertrag "langfristig", nachdem der Aufsichtsrat den dafür notwendigen Beschluss auf seiner ordentlichen Sitzung einstimmig gefasst hatte.
Die 49-Jährige, eine gelernte Diplomkauffrau, Steuerberaterin und ausgebildete Wirtschaftsprüferin, ist bereits seit 2020 Teil des Vorstands und damit dessen dienstältestes Mitglied. Derzeit bildet sie das Gremium gemeinsam mit Vorstandschef Matthias Tillmann und Sportvorstand Frank Baumann. Befeuert durch die Abstiege 2021 und 2023 arbeitet sie seit fünf Jahren fieberhaft daran, die Finanzen der Königsblauen zu ordnen.
"Christina ist die große Konstante im Vorstand, sie hat mit Schalke 04 Höhen und Tiefen erlebt. Dieser Erfahrungsschatz und ihre unbestrittenen fachlichen Qualitäten sind für den Verein von großem Wert", sagt Aufsichtsratschef Axel Hefer zur Vertragsverlängerung. "Im Bereich Finanzen konnten wichtige Schritte in den vergangenen Jahren vorangetrieben werden, sodass wir mit vorsichtiger Zuversicht und Optimismus in die Zukunft schauen."
"Wir wollen Schalke mehr Raum für notwendige Investitionen verschaffen"
Nach Klubangaben wurden die Gesamtverbindlichkeiten von zwischenzeitlich rund 238 Millionen Euro (30. Juni 2021) auf 150 Millionen Euro (31. Dezember 2024) gesenkt. Die Nettofinanzverbindlichkeiten wurden seit dem 31. Dezember 2020 von 148 Millionen Euro auf zuletzt 113 Millionen Euro abgebaut. Zur laufenden Saison war es den Schalkern unter großen Anstrengungen gelungen, die Nettoeigenkapitalregel der DFL zu erfüllen und damit einen Punktabzug abzuwenden, der im nächsten Jahr aufs Neue droht.
"Nach schwierigen und für unsere Fans oft auch frustrierenden Zeiten kann ich voller Überzeugung sagen, dass wir uns einem Wendepunkt mit Blick auf die Vereinsfinanzen nähern", macht Rühl-Hamers dem S04-Anhang am Freitag Hoffnung. "Jetzt gilt es, den eingeschlagenen Kurs konsequent fortzusetzen: 2026 endet nach 25 Jahren die planmäßige Abschreibung der Veltins-Arena, das wird uns beim Thema Eigenkapital Luft verschaffen. Zusammen mit weiteren Maßnahmen wollen wir Schalke mehr Raum für notwendige Investitionen in vielen Bereichen des Klubs ermöglichen. Wir gehen das mit voller Kraft und Motivation an."