Die Wahl auf der Homepage von Hannover 96 war eindeutig: 76,3 Prozent der abgegebenen Stimmen bei der Frage nach dem Spieler des Spiels fielen auf Stürmer Benjamin Källman. Keine Überraschung, denn der Finne sorgte mit seinen beiden Treffern in der 32. und 36. Minute für die frühe Vorentscheidung am Sonntag im Niedersachsen-Derby bei Eintracht Braunschweig, das 96 am Ende mit 3:0 gewann. Und noch höher hätte gewinnen können.
So reichte es für die Hannoveraner aber auch, das so wichtige Spiel souverän und verdient über die Bühne zu bringen. "Es war ein Spiel mit großen Emotionen. Wir haben gut gespielt, hatten die Kontrolle", freute sich Källman einerseits. Andererseits: "Ich hätte sogar vier Tore machen müssen", ärgerte sich der Finne nach seinem Doppelpack. "Es gibt immer noch etwas, woran man arbeiten kann." Ein Derby-Held ist er aus Sicht der 96-Fans trotzdem. Aber der Finne wiegelte nach seinem ersten Spiel gegen Eintracht Braunschweig ab: "Ich bin kein Held, ich bin nur ein Spieler."
Treffsicherer Pichler-Ersatz
Der Erfolg in Braunschweig wird den Hannoveranern viel Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben in Elversberg am Freitag und danach im Heimspiel gegen Darmstadt am 8. November geben, ist sich Källman sicher. Vor dem Derby-Erfolg kämpfte 96 darum, die Stabilität der ersten Spieltage mit vier Siegen zum Saisonstart wiederzufinden. In Braunschweig ist es nun gelungen: 96 überzeugte im Derby auf ganzer Linie. "Ein unfassbares Gefühl, pure Freude", schwärmte Hannovers Kapitän Enzo Leopold am Sonntag.
Für Källman waren die beiden Tore in Braunschweig die Treffer fünf und sechs in dieser Saison bei seinem neuen Klub. Im Sommer wechselte der 27-Jährige vom polnischen Klub KS Cracovia nach Hannover und brauchte keine Anlaufzeit im runderneuerten 96-Kader.
Obwohl das finnische Kraftpaket anfangs nur Ergänzungsspieler und Backup von Benedikt Pichler war, zeigte sich Källman schnell treffsicher in seiner neuen Umgebung und schoss seine Tore zunächst auch in den relativ kurzen Zeiten auf dem Platz. Seit einigen Wochen ist Källman aber bei 96 ohnehin gesetzt. Und das liegt nicht nur daran, dass Pichler (ein Saisontor) wegen einer Bandverletzung am Kniegelenk länger ausfällt.