Das Warten hat ein Ende, die durch Jens Castrops Abgang nach Gladbach entstandene Lücke ist nach einer monatelangen Suche geschlossen. Becker, dem in Hoffenheim zuletzt eine echte Perspektive gefehlt hatte, nimmt am Valznerweiher einen neuen Anlauf und ist beim Club als Achsenspieler eingeplant.
Leistungsbezogene Ablöse
Den 25-jährigen Becker, der im zentralen Mittelfeld beheimatet ist, bekommt der FCN nach kicker-Informationen zunächst ohne Gegenleistung. Bonuszahlungen sind allerdings bei dementsprechenden Leistungen vereinbart, zudem hat sich Bundesligist Hoffenheim eine Weiterverkaufsbeteiligung gesichert. Die Nürnberger gehen damit einer Ablöse im Millionenbereich aus dem Weg und verzeichnen einen günstigen Deal.
Beim FCN unterschreibt Becker, dem sein Durchbruch bei Jugendklub St. Pauli gelang, einen Dreijahresvertrag bis 2028.
"Mit der Verpflichtung von Finn schließen wir die offene Position im Mittelfeld. Er hat seine Qualitäten bereits beim FC St. Pauli und der TSG Hoffenheim in der Bundesliga unter Beweis gestellt und bringt viele Komponenten mit, die wir für die Position des Achters gesucht haben", wird Sportvorstand Joti Chatzialexiou in einer Vereinsmitteilung zitiert.
Wo setzt Klose Becker ein?
Becker gilt als technisch feiner Kombinationsspieler, der mit sicherem Passspiel und klugen Verlagerungen den Spielrhythmus zu bestimmen weiß. Der 1,77 Meter große Mittelfeldmann bringt die Erfahrung aus 48 Bundesliga- und zwei Europa-League-Spielen mit. Im Unterhaus kam Becker 84-mal für den FC St. Pauli zum Zug und traf insgesamt viermal.
Noch unklar ist, auf welcher Position der gebürtige Elmshorner unter Trainer Miroslav Klose zum Einsatz kommt. Gut möglich, dass der kriselnde FCN am Freitag gegen Paderborn (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) im 4-2-2-2 aufläuft. Für Becker böte sich in diesem System am ehesten die zweite Sechser- bzw. Achter-Position neben Caspar Jander an.
Becker: "Mit meinem Spiel vorangehen"
Dass der nunmehr Ex-Hoffenheimer sofort startet, ist ob der kurzen Zeit in Nürnberg aber fraglich - ein Kaderplatz dagegen wahrscheinlich.
"Ich habe mich sehr bewusst für den Traditionsverein 1. FC Nürnberg entschieden. Für mich gilt es jetzt, in einer jungen Mannschaft Verantwortung zu übernehmen und mit meinem voranzugehen", kündigt Becker an.
Die Nürnberger Bemühungen um Marius Wörl, den Chatzialexiou auch gerne in Franken gesehen hätte, waren zuletzt fehlgeschlagen. Der Ex-Hannoveraner entschied sich stattdessen für das bekannte Umfeld in Bielefeld. Die Transferbemühungen des Club dürften mit der Verpflichtung Beckers auf der Zugangsseite beendet sein. Auf der Abgangsseite hingegen könnte sich noch etwas tun. Hier sind insbesondere Florian Flick und Benjamin Goller zu nennen, die zuletzt überhaupt keine Rolle mehr spielten.