Spannend hatten es die Mannen von Torsten Lieberknecht am vergangenen Samstag gegen Bochum nochmal am Ende gemacht. Durch das späte Eigentor von Jan Elvedi kam der VfL nochmal auf ein Tor heran, am Heimsieg der Pfälzer änderte das geschenkte Anschlusstor letztlich nichts mehr. Diesen ein oder anderen "glücklichen Moment" habe sein Team gehabt, schaute Torsten Lieberknecht auf den Spielverlauf zurück, stellte aber auch klar: "Wir haben uns das erarbeitet und letztendlich auch verdient, als Sieger vom Platz zu gehen."
Nach acht Spieltagen dürfte Lieberknecht insgesamt einverstanden sein, was seine Mannschaft in der bisherigen Saison geboten hat. Mit 15 Zählern steht der FCK solide und im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison (neun Punkte, Rang 12) gut da. Die Roten Teufel bewegen sich als Sechster damit auch im selbst gesteckten Zielkorridor und haben am ehesten noch bei der Anzahl der Gegentore (neun) Luft nach oben. "Zunächst einmal ist es so: Wir haben alle Heimspiele gewonnen, und das war enorm wichtig. Denn wenn du auswärts verlierst, musst du im nächsten Spiel unbedingt punkten. Da haben wir eine unglaubliche Stärke entwickelt", blickt Lieberknecht auf die bisherige Saisonphase zurück.
Nicht nur in der Tabelle, auch in Sachen Laufdistanz steht der FCK besser da
Vor allem aber hob er anhand des Siegs gegen Bochum die Einsatzbereitschaft seiner Mannschaft hervor. "Ein Arbeitssieg und ein Sieg des Willens - das gehört oft zusammen. Wenn man arbeitet, braucht man auch Willen, und den haben wir heute gezeigt", betonte der Pfälzer. "Ich schaue da immer auf die Laufdaten: Das ist schon enorm, was wir da mittlerweile leisten. Mit durchschnittlich 121 Kilometern pro Spiel bewegen wir uns auf einem sehr hohen Niveau. Daran haben wir gezielt gearbeitet, um über die gesamte Spielzeit hinweg hohen Druck ausüben und immer wieder anlaufen zu können."
In der Spielzeit 2024/25 hatte der FCK nach dem 8. Spieltag auf dem vorletzten Rang im Ligavergleich gelegen (894,14 km), nun steht das Lieberknecht-Team auch in dieser Hinsicht mit einer deutlichen Verbesserung (941,03 km) auf dem sechsten Platz. Womöglich eine direkte Folge interner Umstrukturierungen, die die Roten Teufel im Sommer vorgenommen hatten, nachdem die Laufleistung als ein eklatantes Manko ausgemacht worden war? Beitragen dürfte allerdings auch, dass Lieberknecht im Gegensatz zu seinem Vorgänger Markus Anfang einen deutlich physischeren Stil wählt, der mehr Ressourcen erfordert, allerdings bestens auf dem Betzenberg ankommt.
Stellvertretend für das Ausleben reinster Betze-Tugenden steht Ivan Prtajin, der bei bestem Fritz-Walter-Wetter zwei Tore erzielte und ordentlich Wucht entfachte. Dabei hatten den Mittelstürmer zuvor noch Wadenprobleme geplagt. Schon zu Saisonbeginn hatten ihn vergleichbare Beschwerden ausgebremst, rechtzeitig vor dem Bochum-Spiel hatte sich der Kroate aber fit gemeldet - und die 84-minütige Belastung gut weggesteckt.