Er hatte in der zurückliegenden Saison zweimal die Gelegenheit, bei Herthas Verantwortlichen einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, und Maurice Krattenmacher hat beide Chancen vollumfänglich genutzt. Im April, bei Herthas 3:2-Auswärtssieg in Ulm, bereitete er die 1:0-Führung der Spatzen durch Aaron Keller vor. Und beim Hinspiel in Berlin, das im November des vergangenen Jahres 2:2 endete, traf die kurz nach der Halbzeitpause eingewechselte Bayern-Leihgabe in Ulmer Diensten zum Endstand.
Künftig erhofft sich Hertha BSC solche Akzente von Krattenmacher zum eigenen Nutzen, die Berliner leihen den 19-jährigen Offensivallrounder für eine Saison aus. "Maurice ist ein sehr spannender Spieler und verfügt trotz seines jungen Alters schon über reichlich Erfahrung. Er verleiht unserer Offensive mit seiner Kreativität und Unbekümmertheit zusätzliche Komponenten, und wir freuen uns, dass er sich für uns entschieden hat", erklärt Sportdirektor Benjamin Weber in einer Mitteilung des Klubs.
Krattenmacher selbst sagt: "Ich habe mir in den letzten Wochen wirklich viele Gedanken gemacht und mich letztlich aus voller Überzeugung für Hertha BSC entschieden. Die Gespräche mit Benny Weber waren von Beginn an sehr gut, und der Trainer hat mir genau aufgezeigt, warum und wie ich der Mannschaft hier mit meinem Spiel helfen kann. Das will ich nun auf dem Platz auch beweisen und einen weiteren großen Schritt in meiner Entwicklung machen. Die Ziele hier sind klar. Diese wollen wir gemeinsam erreichen."
Der Plan ist 2026 die Rückkehr nach München
Um den deutschen U-20-Nationalspieler, der mit dem FC Bayern zur Klub-WM in die USA gereist war, dort aber ohne Einsatz blieb und wegen des nahenden Wechsels vor dem Achtelfinale gegen Flamengo (4:2) abreiste, hatten mehrere Klubs aus der Bundesliga und der 2. Liga geworben.
Krattenmacher will nach seiner phasenweise verheißungsvollen Zweitliga-Saison bei Absteiger Ulm (drei Tore, acht Assists in 32 Spielen) jetzt beim Aufstiegsaspiranten Hertha die nächste Stufe in seiner sportlichen Entwicklung nehmen. Eine Kaufoption besitzt Hertha dem Vernehmen nach nicht. Geplant ist Stand jetzt, dass Krattenmacher im Sommer 2026 nach München, wo sein Vertrag noch bis 2027 läuft, zurückkehrt.
"Maurice ist ein vielversprechendes Talent - und Talente brauchen Spielpraxis, um wertvolle Erfahrungen sammeln zu können. Er hatte sich in der vergangenen Saison in Ulm schnell etabliert, jetzt soll er sich bei Hertha BSC weiterentwickeln. Wir werden ihn unterstützen und weiter genau beobachten. Maurice ist ein Spieler mit großem Potenzial und der richtigen Einstellung, um seinen Weg zu machen", kommentiert Christoph Freund, Sportdirektor der Münchner, den vorübergehenden Abgang.
Fünf Neue sind da, mindestens zwei folgen noch
Auch wenn Krattenmacher den linken Flügel als Arbeitsplatz gut kennt, plant Hertha-Coach Stefan Leitl ihn fest fürs Zentrum ein: als Zehner oder hängende Spitze. Der Neue soll den Abgang von Kreativspieler Ibrahim Maza, der für zwölf Millionen Euro zu Bayer Leverkusen gewechselt ist, auffangen und Herthas Offensive mit seinem Tempo, seinem Talent beim Aufdrehen und in Eins-gegen-eins-Situationen unberechenbarer machen.
Er ist nach Paul Seguin (Mittelfeld, Schalke), Leon Jensen (Mittelfeld, Karlsruher SC), seinem bisherigen und künftigen Kollegen Niklas Kolbe (Innenverteidigung, Ulm) und dem Dänen Sebastian Grönning (Sturm, Ingolstadt) Herthas fünfter Neuzugang. Mindestens zwei weitere Verpflichtungen - fürs Angriffszentrum und die linke Außenbahn - sind noch vorgesehen.