Eine ziemlich konkrete Vorhersage gönnte sich Stefan Leitl gegen Ende der Pressekonferenz am Mittwoch dann doch. "Am 1. Spieltag", prophezeite Herthas Trainer mit Blick auf den anstehenden Zweitliga-Start, "wird noch keine Mannschaft in Topform sein." Seine soll freilich gleich zum Auftakt bei Schalke möglichst nah ans Limit herankommen. "Es ist ein absolutes Highlight-Spiel. Zwei absolute Schwergewichte im deutschen Fußball treffen aufeinander", unterstrich Leitl. "Ich hoffe, dass wir Werbung für die 2. Liga machen können und ein gutes Spiel zeigen. Am Ende wollen wir drei Punkte mitnehmen."
Leitl erwartet Schalke "mit Emotionen vollgepackt"
Anders als in den ersten beiden Jahren nach dem Bundesliga-Abstieg 2023 stand das Fundament des Kaders diesmal frühzeitig fest. Diesen Wettbewerbsvorteil wollen die Berliner direkt in Resultate ummünzen.
Was sein Team am Freitagabend auf Schalke erwartet, weiß Leitl nur zu genau: "eine sehr aktive Mannschaft, eine Mannschaft, die sehr schnell vertikal spielt, die sehr viel Wert auf intensives Spiel legt, die uns im Gegenpressing fordern und hoch attackieren wird und die vollgepackt ist mit Emotionen." Leitls Gegenrezept klingt schlüssig: "Es geht um Emotionskontrolle, darum, einen klaren Kopf zu haben, aber auch sehr intensiv Fußball zu spielen."
Zum Start fehlt ein Verteidiger-Trio
Die Ausfall-Liste zum Start ist lang. Mit den verletzten John Anthony Brooks und Pascal Klemens sowie dem rotgesperrten Linus Gechter fehlt ein Verteidiger-Trio. Auch Luca Schuler, Marius Gersbeck, Tim Goller und Neuzugang Paul Seguin, der gegen seinen Ex-Klub passen muss, stehen nicht zur Verfügung, ebenso Kevin Sessa. Der Ex-Heidenheimer hatte bereits die Generalprobe beim FC Motherwell (1:1) am vergangenen Freitag wegen muskulärer Beschwerden ausgelassen und wird bis Freitag nicht fit.
Dennoch herrscht bei Hertha, dem Fehlstarter der vergangenen Jahre, Zuversicht vor. „Wir sind froh, dass es losgeht", sagte Sportdirektor Benjamin Weber am Mittwoch. "Wir sind gut vorbereitet, auch wenn wir uns gewünscht hätten, dass wir die Gruppe während der Vorbereitung ein bisschen kompletter gehabt hätten."
Auch Leitl reist mit einem guten Gefühl westwärts: "Wenn wir den Plan verfolgen, wie wir Fußball spielen wollen, sind wir gut und schwer zu spielen. Dann sind wir auch überzeugt, dass wir das Spiel gewinnen können." Es wäre vom Aufstiegs-Anwärter aus der Hauptstadt gleich zum Start ein Statement. Und auch wenn er kein Team am 1. Spieltag in Topform wähnt, ist ihm klar: "Man klatscht nicht für einen Regenbogen, sondern eher für ein Feuerwerk. Das würde ich mir natürlich wünschen."