"Man ignoriert das natürlich nicht. Ich empfinde es als ein gutes Zeichen, dass sich jemand wie Ralf Rangnick mit der Hertha beschäftigt", sagte Stefan Leitl am Mittwoch in einer Medienrunde. "Es wäre sicher eine spannende Lösung gewesen, auch für mich als Trainer - jemanden als Ansprechpartner zu haben, der über eine große Erfahrung verfügt."
Hertha BSC, das nach dem Ausscheiden von Thomas E. Herrich auf der Suche nach einem neuen Geschäftsführer Sport ist, hatte sich zuletzt für diese Position mit dem langjährigen Bundesliga-Trainer und aktuellen österreichischen Teamchef Ralf Rangnick beschäftigt.
Rangnick will zur WM
Es gab zwischen beiden Seiten einen telefonischen Austausch und Anfang Juni, zu Beginn der Länderspiel-Abstellungsperiode, dem Vernehmen nach ein Treffen zwischen Rangnick und Herthas Präsidiumsmitglied Dr. Ralf Thaeter in Wien. Das Thema ist aber zumindest für die nähere Zukunft vom Tisch. Rangnick, der bereits früher von Hertha mehrfach für eine verantwortliche Position angefragt worden war, will mit Österreichs Nationalmannschaft zur WM 2026.
Trotz der Vakanz in der Geschäftsführung, in der seit Herrichs Demission zum Saisonende der vor einem Jahr vom SC Paderborn gekommene Finanzgeschäftsführer Ralf Huschen als Solist amtiert, sieht Leitl keine Gefahren fürs sportliche Tagesgeschäft. "Das hat keinen Einfluss auf meine Arbeit", sagte der Coach. "Mein wichtigster Ansprechpartner ist Benny Weber (Sportdirektor, d. Red.). Wir besprechen alles, wir kommunizieren. Der Weg ist klar. Ich empfinde es sehr ruhig, wie ich arbeiten kann. Benny versucht mir da den Rücken freizuhalten, dass ich mich auf die Mannschaft konzentrieren kann."
Leitl: "Wir haben ein Fundament gelegt"
Am Montag war Hertha mit den vier Neuzugängen Paul Seguin, Niklas Kolbe, Leon Jensen und Sebastian Grönning ins Training eingestiegen. "Für mich zählt jetzt nur die Mannschaft", erklärte Leitl, der mit dem 2023 abgestiegenen Klub die Bundesliga-Rückkehr anpeilt und dafür gute Voraussetzungen sieht: "Ich kenne die Mannschaft. Wir haben vier Neuzugänge, die schon integriert sind. Wir haben ein Fundament gelegt, auf dem wir aufbauen. Es geht jetzt darum, fit zu werden, Abläufe zu schaffen, als Mannschaft zusammenzuwachsen und uns so in Form zu bringen, dass wir gut unterwegs sind."
Herthas Trainer machte allerdings auch deutlich, dass weitere Zugänge nötig seien: "Wir brauchen definitiv noch den einen oder anderen Spieler, der uns qualitativ auf eine andere Ebene bringt."