Nach dem Abpfiff war für einen Moment Zurücklehnen und Genießen angesagt. "Es ist mit das geilste Gefühl, nach dem Spiel mit drei Punkten vor der Kurve zu stehen und mit ihr zu feiern", freute sich Enzo Leopold nach dem überzeugenden 3:1-Sieg seines Teams gegen den 1. FC Magdeburg. Glücksgefühle in Hannover: Mit der optimalen Ausbeute von neun Punkten aus drei Spielen legen die Niedersachsen einen Top-Start hin. In eine Saison, in der sie bis zum Ende ganz oben dabei bleiben wollen.
"Es ist noch ein bisschen früh, auf die Tabelle zu schauen", so Leopold. Aber: "Mit den Leistungen in der Liga können wir insgesamt bisher unfassbar zufrieden sein. Dass wir die Spiele auch gezogen haben, ist umso besser." Zumal mit Kaiserslautern (1:0), Düsseldorf (2:0) und nun Magdeburg durchaus schwierige Aufgaben zum Auftakt angestanden hatten. Der Kapitän: "Wir wussten, dass große Namen, Gegner, die im vorigen Jahr gut performt haben, auf uns warteten. Wir haben trotzdem versucht, unser Spiel durchzuziehen. Das haben wir über große Teile richtig gut hinbekommen und, wie ich finde, dreimal verdient gewonnen."
"Wir haben insgesamt wenig zugelassen"
Tatsächlich wirkte es über weite Strecken des Spiel stark, wie sich die rundum neu formierte Mannschaft gegen den FCM präsentierte. "In der zweiten Halbzeit waren wir zehn, 15 Minuten richtig gut drin. Da mussten wir den Sack zumachen", resümiert Leopold. Das gelang trotz hochwertiger Chancen nicht, so dass es nach dem Anschlusstor der Gäste zum 2:1 noch einmal enger wurde. "Wir haben es aber gut wegverteidigt, insgesamt wenig zugelassen. Wir standen defensiv wieder sehr gut, gegen einen Gegner, der offensiv seine Qualitäten hat."
Die vom neuen Trainer Christian Titz auf schnellen Kombinationsfußball in die Spitze ausgerichtete Elf nämlich traf auf ein Team, das mit ganz ähnlichen Mitteln zum Erfolg kommen will und 96 nach den ersten Partien gegen eher zurückgezogen-abwartende Gegner vor eine neue Herausforderung stellte. "Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile", findet Leopold. "Wenn ein Gegner mitspielt, wissen wir, dass wir leichter gepresst werden können und auch mal den einen oder anderen Ball lang spielen müssen, was wir normal nicht wollen, und weniger Ballbesitz haben. Andererseits ist es so, dass du gegen so einen Gegner viele Umschaltsituationen hast, die wir auch richtig gut ausgespielt haben."
"Auch punktemäßig darf es so weitergehen"
Gerade im Umschaltspiel habe man folglich gute Spielzüge gezeigt, viele Chancen herausgespielt. "Das ist auf jeden Fall auch eine Qualität der Mannschaft", findet Leopold, der jedoch nicht von einem "Zeichen an die Liga" sprechen will, dass der Favorit auf den Aufstieg in Hannover zu Hause ist. "Ich glaube, dass es in erster Linie ein Signal für uns ist, das uns Selbstvertrauen gibt, auch für die nächsten Spiele. Weiter so zu arbeiten, uns trotzdem noch weiter zu verbessern. Und natürlich darf es auch punktemäßig so weitergehen." Gegen weiterhin starke Mitbewerber wie demnächst Holstein Kiel und Hertha BSC.